Weiß vs. Schwarz: Warum im Sprinten die Hautfarbe entscheidet

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Weiß vs. Schwarz: Warum im Sprinten die Hautfarbe entscheidet

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Wer jetzt gleich empört die Fäuste in den Himmel reckt, liegt falsch: Hier geht es nicht darum, ein „besser“ oder ein „schlechter“ festzulegen. Wer sich mit Leichtathletik und den damit verwandten Sportarten beschäftigt, stellt schnell fest, dass die Mehrzahl der Spitzenathleten in diesem Bereich dunkelhäutig ist. Auch bei den erst vor kurzem zu Ende gegangenen Olympischen Spielen von Rio 2016 waren die farbigen Athleten im Kampf um die Medaillen ganz vorne mit dabei; weiße Europäer sind demgegenüber so gut wie gar nicht im Spitzenfeld der Marathonläufer, Sprinter und Hürdenläufer vertreten – doch woran liegt das?

Genetische Vorteile

Tatsächlich verfügen schwarze Läufer über einen höheren Anteil an schnell kontrahierenden Muskelfasern. Diese sind Voraussetzung für die Grundschnelligkeit und die Fähigkeit, kurze Sprints zu absolvieren. Auch ist der Muskelanteil insgesamt höher als bei weißen Spitzenathleten mit vergleichbaren Trainingsbedingungen.

Schnell kontrahierende Muskelfasern (kurz: FT-Muskelfasern) stehen im Gesamtgefüge der Muskulatur den langsam kontrahierenden Muskelfasern (kurz: ST-Muskelfasern) gegenüber. Der für Sprinter relevante Anteil an FT-Muskelfasern ist dabei bei Sportlern mit afrikanischem Hintergrund um bis zu 10 Prozent höher als bei weißen Sportlern.

Weitere Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass dies nicht der einzige genetische Vorteil ist. Neben der unterschiedlichen Verteilung von schnellen und langsamen Muskelfasern spielt auch der Körperschwerpunkt eine entscheidende Rolle: Dieser sitzt bei schwarzen Athleten um bis zu 3 Prozent höher als bei weißen Sportlern und beeinflusst somit entscheidend das Fortkommen in unterschiedlichen Umgebungen. Durch den höher sitzenden Schwerpunkt bewegen sich schwarze Menschen beim Sprinten leichter auf der Tartanbahn – dafür kommen weiße Menschen im Wasser besser voran. Ein Blick auf die Siegerpodeste scheint das zumindest zu bestätigen, denn: Schwarze sind zumindest in allen Sportarten rund ums Wasser eher weniger vertreten.

Fazit

Der Rückgriff auf genetische Unterschiede belegt eindeutig den Gegensatz zwischen schwarzen und weißen Topathleten. Dies bedeutet allerdings nicht, dass nicht auch weiße Athleten in den Medaillenrängen mitmischen könnten: Alleine die Genetik macht noch keine Medaillengewinner. Hierzu braucht es daneben noch Ehrgeiz und entsprechende Talentförderung – und natürlich viel Training!

Bild: © Depositphotos.com / Corepics

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UnArtig ist 42 Jahre, studierte Juristin und hat 3 Kinder. Daher immer im Einsatz. Sie schreibt als selbständige Autorin vor allem in den Themenbereichen Gesundheit, Sport und Ernährung.

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