Studie: Mehrheit der Deutschen unvorsichtig beim Passwortschutz

Karlsruhe () – Immer mehr Accounts mit den immer gleichen Passwörtern: Menschen in Deutschland sind laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts Bilendi im Auftrag von Web.de zu leichtsinnig beim Umgang mit ihren Passwörtern. 61 Prozent der Befragten verwenden ein und dasselbe Passwort für mehrere (55 Prozent) oder sogar alle (sechs Prozent) Online-Dienste. Inzwischen ist ein Drittel der Menschen in Deutschland bei bis zu 20 Online-Diensten mit Benutzername und Passwort registriert.

Die Leichtsinnigkeit beim Umgang mit Passwörtern bleibt somit trotz vieler schlechter Erfahrungen hoch. Bereits jeder fünfte Internetnutzer ist zuvor Opfer eines Passwortdiebstahls geworden.

“Wer dasselbe Passwort für mehrere Accounts verwendet, riskiert den Verlust oder Diebstahl persönlicher Daten”, erklärte der Geschäftsführer des Mailanbieters Web.de, Jan Oetjen. “Um die eigenen Onlinekonten effektiv zu schützen, sollte man für jeden Dienst unbedingt ein starkes, einzigartiges Passwort erstellen und, wenn möglich, die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.”

Berichte über Hacks und Datenlecks sorgen allerdings für mehr Problembewusstsein bei den Nutzern. 53 Prozent ändern laut Umfrage das eigene Passwort nach Medienberichten zu solchen Sicherheitslücken. Ein Viertel geht noch weiter und ändert zusätzlich Passwörter auch bei anderen Diensten. Den höchsten Wert auf ein sicheres Passwort legen die meisten Nutzer beim Online-Banking (88 Prozent), beim Online-Payment (71 Prozent) und bei der persönlichen E-Mail-Adresse (50 Prozent).

Bei der Erstellung der eigenen Passwörter werden die Menschen zunehmend kreativer: 80 Prozent nutzen mittlerweile Sonderzeichen, im Vorjahr waren es noch 73 Prozent. Jeder zwölfte Nutzer verwendet außerdem Leerzeichen. 

Die überwiegende Mehrheit (82 Prozent) hält sich außerdem an die von Experten empfohlene Länge von Passwörtern. Nur noch jeder sechste nutzt bei der Erstellung von Passwörtern persönliche Daten wie Geburtsdatum oder Spitznamen. Die beliebteste Methode beim Erstellen von Passwörtern bleiben Phantasiewörter. 26 Prozent der Befragten denken sich ihre Passwörter einfach aus.

Wenn es um das Merken der Passwörter geht, verlassen sich 33 Prozent der Befragten auf das eigene Gedächtnis. Weitere 27 Prozent notieren Passwörter auf einen sicher verwahrten Zettel. Nur gut jeder Zehnte (12 Prozent) verwendet eine spezielle Passwort-Manager-Software.

Für die Studie befragte Bilendi im Mai 2021 insgesamt 1000 deutsche Internetnutzer und -nutzerinnen ab 18 Jahren. Die Ergebnisse der Studie sind repräsentativ.

Bild: © AFP SAEED KHAN / Login-Seite von Facebook

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AFP