Die Deutschen möchten nicht geduzt werden

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Die Deutschen möchten nicht geduzt werden

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Deutschland soll lässiger werden und dazu gehört offensichtlich auch, dass man sich in allen Lebenslagen duzt. Das, was in anderen Ländern schon lange zum guten Ton gehört, ist in Deutschland noch in den Kinderschuhen, die meisten Deutschen möchten beim förmlichen „Sie“ bleiben. Das gilt vor allem in der Arbeitswelt, denn selbst wenn viele Chefs heute gerne leger auftreten, die Angestellten möchten von ihrem Boss nicht geduzt werden.

Das „Du“ wird verordnet

Die Chefs der deutschen Unternehmen wollen keine Patriarchen mehr sein, sie haben die Krawatten abgelegt und die handgenähten Schuhe aus Mailand gegen bunte Turnschuhe getauscht. Zu dieser neuen Lässigkeit gehört natürlich auch ein lockerer Umgangston, aber den wollen zwei von drei Angestellten nicht. Laut einer Umfrage haben sich alleine in Hamburg 91,6 % der Befragten gegen das „Du“ ausgesprochen, in Berlin waren es 88,1 %. In den neuen Bundesländern sind knapp 80 % der Angestellten nicht damit einverstanden, wenn ihr Chef sie duzt, und in den alten Bundesländern wollen 63,2 % von ihren Chefs gesiezt werden. Duzen möchten sich die meisten der Befragten (88 %) nur unter gleichgestellten Kollegen.

Immer die Form wahren

Wer schon einmal bei Ikea eingekauft hat, der weiß, dass sich dort alle Angestellten duzen. In Schweden werden auch die Kunden geduzt, eine Sitte, die sich in Deutschland sehr wahrscheinlich nicht durchsetzen wird. Das Gleiche gilt auch, wenn es um einen Besuch im Restaurant geht, denn auch hier kann es sich die Mehrzahl der Deutschen nicht vorstellen, von der Bedienung geduzt zu werden oder im umgekehrten Fall, die Bedienung selbst zu duzen. Zwei von drei Deutschen möchten die Form wahren und spricht sich deshalb auch für die Beibehaltung der förmlichen Anrede aus. Es ist übrigens nicht nur die ältere Generation, die nicht duzen möchte, auch viele junge Menschen schätzen das distanzierte „Sie“.

Bild: © Depositphotos.com / minervastock

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