Allianz – hoher Verdienst, aber auch ein hohes Risiko

In der Regel verwöhnt die Allianz ihre Aktionäre mit rekordverdächtigen Dividenden, es gibt jedoch ein Ereignis, was der erfolgsverwöhnten Aktie Schaden zufügen kann. Oliver Bäte, der Chef der Allianz, gibt den Aktionären seit Jahren ein Versprechen: Die Allianz wird Gewinne liefern, ganz gleich, ob es Naturkatastrophen, Fluten oder eine Pandemie geben wird. Jetzt ist aber etwas eingetreten, was den Aktionären Kopfschmerzen bereitet.

Eine sichere Anlage

Normalerweise ist die Allianz für Anleger eine sichere Angelegenheit, sie ist im DAX schließlich der größte Dividendenzahler. Sogar im allgemein schlechten Corona-Jahr 2020 gab es für die Aktie der Allianz noch 9,60 Euro, was insgesamt einen Betrag von stolzen vier Milliarden Euro ergab. Im vorigen Jahr wurde die Aktie der Versicherung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nur 9,4 recht niedrig bewertet und zählt damit zu den besonders günstigen Aktien im DAX. Hinter diesem Erfolg stehen sehr solide Geschäftszahlen mit einem um elf Prozent gewachsenen Umsatz im zweiten Quartal 2021. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 34,3 Milliarden Euro.

Wo liegen die Probleme?

Die Investmentsparte ist es, die der Allianz aktuell sehr große Probleme bereiten könnte. Im laufenden Jahr musste der Titel der Versicherung zwischenzeitlich bis zu zehn Prozent Einbußen hinnehmen. Schuld daran sind die milliardenschweren Belastungen durch Klagen, welche der Allianz in den USA zu schaffen machen. Zahlreiche Investoren mussten durch die sogenannten „Structured Alpha Fonds“ der AGI in der Corona-Krise sehr hohe Verluste hinnehmen. Die Fonds sind heute zwar liquidiert, aber es gibt immer noch eine Reihe von Klagen gegen die AGI, die den Gerichten in den USA vorliegen. Die aktuell geforderten Schadensersatzsummen belaufen sich auf bis zu sechs Milliarden US-Dollar.

Die Kosten abfedern

Die Allianz hat zwar im Moment viel Ärger in den USA, die Versicherung konnte aber zumindest die drohenden Kosten auffangen, die das Hochwasser in Europa angerichtet hat. Die Schäden, die das Sturmtief „Bernd“ verursacht hat, werden das operative Ergebnis in diesem Jahr mit rund 400 Millionen Euro belasten. Nach Angaben der Allianz ist es weitaus weniger, als der Konzern erwartet hatte. Experten sehen das Ganze aber etwas anders, sie rechnen mit Kosten von mindestens 500 Millionen Euro. Einen Teil der Kosten konnte die Allianz allerdings an die Rückversicherer abgeben.

Bild: @ depositphotos.com / GrinPhoto

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Ulrike Dietz
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