Die Allianz und das Problem mit der BaFin

Die hohen Verluste durch spekulative Fonds der Allianz-Tochter AGI setzen die Versicherung in den USA seit einigen Monaten stark unter Druck. Jetzt muss sich die Allianz noch mit der BaFin, der Bundesanstalt der Finanzdienstleistungsaufsicht, auseinandersetzen. Die SEC, die Börsenaufsicht der USA, ermittelt schon seit längerer Zeit gegen die AGI, nun startet auch die BaFin mit ihren eigenen Untersuchungen.

Verluste in Milliardenhöhe

Der Hintergrund für die Ermittlungen der SEC und nun der BaFin sind die Verluste in Milliardenhöhe. Neben amerikanischen Pensionsfonds sind davon auch andere großen Investoren betroffen, die Finanzprodukte von der AGI gekauft haben. Die unter dem Namen „Structured Alpha“ angebotenen Fonds waren bereits während der ersten Krise in der Corona-Pandemie im vergangenen Frühjahr eingebrochen. Nach den Angaben von Branchenkennern soll es inzwischen Forderungen in Höhe von bis zu sechs Milliarden Dollar geben. Diese gigantische Summe könnte jetzt auf die Allianz zukommen.

Der Wert bricht ein

Bereits Anfang August hatte der Vorstand der Allianz davor gewarnt, dass der Streit um die Fonds das Ergebnis des Konzerns stark belasten könnte. Daraufhin war der Aktienkurs der Versicherung um mehr als zehn Prozent eingebrochen und rutschte damit unter die wichtige Schwelle von 200,- Euro. Die Allianz büßte damit einen Börsenwert von mehr als vier Milliarden Euro ein. Seit diesem Zeitpunkt pendelt der Kurs bei 200,- Euro, nur im Juni waren es kurzfristig 220,- Euro. Die jetzt beginnenden Ermittlungen der BaFin haben den Kurs der Allianz Aktie aber bislang kaum beeinflusst.

Das US-Justizministerium ermittelt ebenfalls

In den Staaten ermittelt nicht nur die Finanzaufsicht SEC, sogar das Justizministerium hat sich mittlerweile eingeschaltet. Bei den Produkten, die jetzt im Visier der Behörden und Ermittler geraten sind, handelt es sich um Hedgefonds, die von der AGI seit 2005 speziell für den Markt in den USA angeboten wurden. Diese Hedgefonds machen jedoch nur einen sehr kleinen Teil des von der AGI verwalteten Gesamtvermögens von 600 Milliarden Dollar aus.

Was wussten die Verantwortlichen?

Zehn Milliarden wurden offensichtlich in den „Structured-Alpha-Fonds“ angelegt. Diese Fonds haben das Ziel, eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, als Vergleichsgröße dient dabei der Aktienindex S&P 500. Die Ermittler versuchen, jetzt herauszufinden, wie viel die Führungskräfte bei der Allianz und bei der AGI wussten.

Bild: @ depositphotos.com / Maximusdn

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Ulrike Dietz
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