Deutschland will Chips bauen

Deutschland als Standort für Megafabriken ist offenbar in Mode gekommen. Nach der riesigen Tesla-Fabrik, die aktuell in Brandenburg entsteht, plant auch der Chiphersteller Intel in Europa eine Megafabrik und blickt dabei interessiert nach Deutschland. Bei diesem Projekt geht es um Milliarden, auch im Hinblick auf die Subventionen. Den Mangel an Chips wird das neue Projekt jedoch nicht verhindern können.

Hoffnungen in Deutschland

Intel ist der weltweit größte Händler von Computerchips und sucht seit einigen Monaten nach einem geeigneten Standort für eine neue Megafabrik. Diese soll auf dem europäischen Festland entstehen. Deutsche Standorte können sich nach den Worten von Konzernchef Pat Gelsinger Hoffnungen auf einen Bau machen, der Milliarden schwer sein wird. Noch in diesem Jahr will Intel eine Entscheidung treffen, sagte Gelsinger der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, denn die Arbeiten sollen bereits im nächsten Jahr beginnen. Aktuell sind zwei Standorte für Intel wohl besonders von Interesse: zum einen der frühere Fliegerhorst Penzing, der zum oberbayrischen Landkreis Landsberg gehört und zum anderen die Stadt Dresden. Die sächsische Metropole hat den Vorteil, dass sich dort schon mehrere Chiphersteller angesiedelt haben.

Bayern will es wissen

Der bayrische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger wirbt schon seit einigen Monaten ganz unverhohlen um die Gunst von Intel. Die Ansiedlung des Unternehmens wäre für Bayern eine sehr gute Chance, sich als moderner Wirtschaftsstandort zu beweisen. Dazu kommt, wie der aktuelle Mangel an Chips zeigt, dass Europa und speziell Deutschland bei der Industriepolitik endlich handeln müssen. Die Bundeskanzlerin sieht das ebenso und empfing deshalb wohl den Chef von Intel in der letzten Woche gleich zweimal. Im Frühling war Pat Gelsinger zudem beim bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder zu Gast, danach reist er mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier nach Brüssel zur EU.

Es geht um acht Milliarden

In Brüssel ging es vor allen Dingen um die Frage, wie viel sich die EU den Standort Europa kosten lassen möchte. Die milliardenschweren Beihilfen von Bund und dem Freistaat Bayern zugunsten von Intel muss sie nämlich erst absegnen. Die Antwort ist jedoch offensichtlich positiv ausgefallen, denn es war die Rede von 30 bis 40 Prozent des Volumens, was investiert werden soll. So ist es übrigens auch in Asien üblich und die Staaten dort, besonders Südkorea, setzen damit die internationalen Standards.

Bild: @ depositphotos.com / ikrolevetc

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Ulrike Dietz
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