Angela Merkels seltsame Botschaften

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Angela Merkels seltsame Botschaften

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Elf Minuten stehende Ovationen, aber letztendlich nur 89,5 % Zustimmung zur Wahl als Parteivorsitzende – der CDU-Parteitag in Essen war für Angela Merkel ein Wechselbad der Gefühle. Apropos Gefühle, bei ihrer einstündigen Rede wurde die Bundeskanzlerin das eine oder andere Mal sogar gefühlsbetont, eine Schuld an der stetig wachsende Krise und einem tief gespaltenen Land gibt sie sich trotzdem nicht.

Alles großartig

Das Management in der Flüchtlingskrise, die Deutschland nach wie vor fest im Griff hat, sieht Angela Merkel als großartige Leistung, wiederholen möchte sie das Ganze aber nicht. Auf diesen Kompromiss hat sie sich mit der CSU geeinigt, aber nur für den Fall, dass die Zahl der Flüchtlinge weiterhin niedrig bleibt. Auch wenn die Türken, die Briten, die Amerikaner sowieso und jetzt auch noch die Italiener verrückt geworden sind, die Deutschen müssen jetzt vernünftig bleiben und was besonders wichtig ist, sie müssen auch wieder eine vernünftige Kanzlerin wählen.

Alles kann, aber nichts muss

Die Kanzlerin bleibt theoretisch und sehr vage. Eigentlich müsste man mal wieder die Finanzmärkte regulieren, Afrika helfen, in Europa wettbewerbsfähig bleiben und so weiter. Das klingt ein bisschen so wie: Eigentlich müsste man froh sein, dass der Laden irgendwie überhaupt zusammengehalten wird. Einmal mehr schwört Angela Merkel ihre Partei auf einen ausgeglichenen Haushalt ein und als sie von der Digitalisierung spricht, da klatschten die Parteifreunde wie wild.

Weiter so

In ihrer Rede wies die Kanzlerin den politischen Islam in seine Schranken, rein rhetorisch natürlich und empfahl den Deutschen, sich zu integrieren. Die Grünen und auch die SPD sieht sie weniger als Gegner, sie sieht sie eher als mögliche Partner einer Koalition, vielleicht wohl wissend, dass sie es im kommenden Jahr alleine nicht schaffen wird. Natürlich bekam auch der Rechtspopulismus sein Fett weg und die Halle jubelte. Zwar ist die Welt momentan ein wenig aus den Fugen geraten, aber die Kanzlerin hat eine klare Botschaft und die heißt: Weiter so!

Bild: © Depositphotos.com / 360ber

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Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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