Tabakwerbeverbot kommt: Zigarettenwerbung verschwindet

Lange überfällig, endlich da: Zum Jahresende wird auch in ein umfassendes Verbot für Tabakwerbung im öffentlichen Raum eingeführt. Betroffen sind kurioserweise nicht nur Tabakprodukte.

Werbeverbot wird in mehreren Schritten eingeführt

Lange Zeit konnte die starke Tabaklobby in Deutschland paradiesische Verhältnisse genießen. Als einziges -Land überhaupt ließ Deutschland noch Außenwerbung für Tabakprodukte zu – obwohl sich 69 Prozent der Deutschen ein vollständiges Verbot wünschten, darunter auch viele Raucher, die sich immer wieder in Versuchung geführt fühlen. Doch schließlich gab die nach. Im September 2020 stimmte auch der dem Zweiten Gesetz zur Änderung des Tabakerzeugnisgesetzes zu.

Im ersten Schritt verschwand die Tabakwerbung ab dem 1. Januar 2021 von den Kinoleinwänden, wobei dies aufgrund der durch Corona geschlossenen Lichtspielhäusern kaum wahrgenommen wurde. Das Gleiche gilt für das Verbot, Gratisproben bei Großveranstaltungen anzubieten, die ebenfalls kaum stattfanden. Wesentlich deutlicher wird ohnehin der zweite Schritt am 1. Januar 2022 sein: Dann kommt das Verbot für allgemeine Außenwerbung, zum Beispiel auf Litfaßsäulen und an Bus- und Bahnhaltestellen. Tabakwerbung ist dann nur noch im Schaufenster entsprechender Fachhändler erlaubt.

Auch Werbung für E-Zigaretten wird verboten

Seit einigen Jahren laufen E-Zigaretten den klassischen Tabakzigaretten den Rang ab. Bei ihnen werden aromatisierte Liquids verdampft. Vielen Rauchern gelingt mit ihrer Hilfe das Loskommen von der Nikotinsucht, da sie anders als andere Nikotinersatzprodukte für das vertraute Beschäftigungsritual (Haptik, Inhalation etc.) sorgen. Dabei kann der Nikotingehalt der Liquids zur sanften Entwöhnung allmählich reduziert werden. Doch obwohl diese naturgemäß keinerlei enthalten, sind auch E-Zigaretten ab 1. Januar 2024 vom Tabakwerbeverbot betroffen. Dann ist nur noch in Vape Shops und ähnlichen Geschäften im Einzelhandel gestattet.

Rauchen trotz Werbung immer unattraktiver

Seit Jahren wird das Rauchen immer unbeliebter bei jungen Menschen. Während im Jahr 2001 noch 28 Prozent der Teenager zwischen 12 und 17 Jahren rauchten, waren es 2021 nur noch sechs Prozent. Zugleich stieg die Zahl der Jugendlichen, die noch nie zur Zigarette gegriffen hatten: Von 51 % um Jahr 2005 auf 85 % im Jahr 2018. Auch bei der folgenden Alterskohorte der 18- bis 25-Jährigen war im gleichen Zeitraum ein Rückgang zu verzeichnen, allerdings in etwas geringerem Umfang.

Der gesellschaftliche Sinneswandel dürfte also weit mehr zum Untergang der Tabakzigarette beigetragen haben als es ein Werbeverbot für Tabakzigaretten könnte. Insofern kommt die Reaktion der nun natürlich viel zu spät – zu begrüßen ist sie jedoch allemal.

Bild: @ depositphotos.com / burdun

Tabakwerbeverbot kommt: Zigarettenwerbung verschwindet

Gabi Klein