Gewerkschaften werben mit Aktionstag für Stärkung der gesetzlichen Rente

Berlin () – Wenige Tage vor der Bundestagswahl setzen sich die bei einem bundesweiten Aktionstag für eine ärkung der gesetzlichen ein. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) will am Dienstag an mehr als 200 Orten in an Bahnhöfen und zentralen Plätzen unter dem Motto “Echt gerecht: Die gesetzliche Rente stärken!” auf das Thema aufmerksam machen. Die IG Metall forderte anlässlich des Aktionstags die künftige zum aktiven Handeln in dieser Frage auf.

“Wenn die nicht mit Mut das Steuer herumreißt, kommt es in spätestens fünf Jahren zu weiteren Lücken in der gesetzlichen Rente”, erklärte IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. Entschieden wandte er sich gegen Forderungen nach einem höheren Renteneintrittsalters: “Eine weitere Erhöhung des Rentenalters führt nicht zu längerem Arbeiten, sondern allzu oft zu höheren Rentenabschlägen und damit zu einer massiven Rentenkürzung durch die Hintertür.” Viele Menschen schafften es zudem “nach kräftezehrenden Berufsjahren nicht einmal, bis 60 zu arbeiten, geschweige denn das reguläre Renteneintrittsalter zu erreichen”.

Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften werben dafür, das Rentenniveau bei mindestens 48 Prozent zu halten. Die Bundestagswahl werde insgesamt zu einer Abstimmung über langfristig tragfähige, gerechte und nachhaltige Politik, heißt es beim Gewerkschaftsbund. Im Rahmen des Aktionstages wollen Gewerkschafter Pendler und Passanten über das Rententhema informieren und Frühstückstüten verteilen. Voraussetzung für eine sichere Rente ist nach Überzeugung des DGB ein auf zwölf Euro erhöhter Mindestlohn und eine stärkere Tarifbindung bei den Gehältern.

Der IG--Chef Robert Feiger forderte eine “grundlegende Rentenreform”. Wer mehr und härter arbeite, solle am Ende auch eine höhere Rente bekommen als heute. “Die neue Bundesregierung muss deshalb die Rente ab Herbst anpacken und auf neue Füße stellen: Wir müssen endlich Altersarmut effektiver verhindern”, erklärte Feiger. Notwendig sei eine Rentenkasse, in die alle einzahlten – “Arbeiter, Angestellte, Selbständige, Beamte, Parlamentarier und Minister: der Polier genauso wie die Professorin und der Politiker”. 

Bauarbeiter arbeiten laut der Gewerkschaft im Schnitt 1468 Stunden im Jahr – das sind demnach 138 Stunden und damit 10,4 Prozent mehr als Beschäftigte quer durch alle Berufe durchschnittlich bei der verbringen. Die IG Bau berief sich dabei auf eine Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-. “Der Bau gehört demnach zu den Branchen mit einem Spitzenpensum bei der Arbeitszeit”, erklärte Feiger. 

Bild: © AFP/Archiv Ronny Hartmann / Rentnerinnen bei einem Spaziergang

Gewerkschaften werben mit Aktionstag für Stärkung der gesetzlichen Rente

AFP