Kroatien bestätigt illegale Pushbacks an seiner Grenze

Zagreb () – Nach Medienberichten und darauffolgenden ersten Untersuchungen hat Kroatien gewaltsame illegale Zurückweisungen von Asylsuchenden an seiner Grenze eingeräumt. Bei den Personen auf den Videoaufnahmen, welche die sogenannten Pushbacks dokumentieren sollen, handele es sich um Mitglieder der Spezialpolizei, sagte Polizeichef Nikola Milina am Freitag vor Reportern in Zagreb. Drei Beamte seien identifiziert und suspendiert worden.

Nach Recherchen des “Spiegel”, des ARD-Magazins “Monitor” und anderer europäischer Länder betreiben kroatische und griechische Spezialeinheiten aktiv illegale Pushbacks an ihren Grenzen – das heißt, sie hindern die Menschen am Eintritt in die oder schieben sie teils gewaltsam ab. Videoaufnahmen der Medien zeigen, wie Maskierte an der Grenze teils mit Schlagstöcken auf Menschen einprügeln und sie aus dem Land jagen. 

“Unser Interesse ist es, dass dieser Fall vollständig aufgeklärt wird”, sagte Kroatiens Polizeichef. Der kroatische Regierungschef Andrej Plenkovic hatte am Donnerstag Untersuchungen in Auftrag gegeben, nachdem Brüssel Ermittlungen gefordert hatte. 

Griechenland hingegen wies die Anschuldigungen kategorisch zurück und lenkte erst am Freitag ein. “Jeder Vorwurf” werde durch die griechische untersucht, sagte Migrationsminister Notis Mitarachi am Freitag beim EU-Innenministertreffen in Luxemburg.

Kroatien und Griechenland liegen an der Balkanroute, die von Migranten auf der Flucht vor und im Nahen Osten, und in Richtung Westeuropa genutzt wird. Nach Kroatien versuchen Migranten hauptsächlich aus Bosnien und Herzegowina einzureisen, nach Griechenland gelangen sie über See und Land von der aus. 

Kroatischen Grenzschützern wurde bereits wiederholt Polizeigewalt gegen Migranten vorgeworfen. In Griechenland soll vor allem die Küstenwache gewaltsam oder zumindest rücksichtslos gegen Bootsflüchtlinge vorgehen.

Bild: © AFP/Archiv ARMEND NIMANI / Migranten an einem Grenzzaun

Kroatien bestätigt illegale Pushbacks an seiner Grenze

AFP