“ZDFzoom”: Nach der Flut – Wiederaufbau mit Risiko

Mainz (ots) –

Mehr als 180 Tote forderte die Flutkatastrophe im Westen. Viele verloren ihre ganze Existenz. Trotzdem werden die meisten Menschen genau da wiederaufbauen, wo die Flut ihnen alles nahm. Dabei sind die Prognosen eindeutig: Extremwetterereignisse werden zukünftig häufiger auftreten.

Am Mittwoch, 13. Oktober 2021, 22.45 Uhr gehen die “ZDFzoom”-Reporterinnen Carolin Hentschel und Katja Duregger in der “Nach der Flut – Wiederaufbau mit Risiko” der Frage nach, warum Hochwasserrisiken beim oft unterschätzt oder gar in Kauf genommen werden.

Experten fordern ein Umdenken bei der Bau- und Landschaftsplanung. Denn bisher wurde zu viel in hochwassergefährdeten Gebieten gebaut. Wird sich das jetzt ändern? Das Problem: Viele Kommunen brauchen Fläche zum Bauen, denn der Wohnungsmarkt ist auch außerhalb der Metropolen angespannt. So wird in Bochum um ein Neubaugebiet gestritten: ausgerechnet auf einer Fläche, die bei der Flut im Sommer meterhoch unter stand. Dirk Jansen, Geschäftsleiter und des BUND NRW, kritisiert eine völlig verfehlte Flächenpolitik: “Hier wird de facto zerstört, hier wird Fläche versiegelt und das in Zeiten des Klimawandels, in Zeiten von Flut- und Hochwasserkatastrophen, wo wir jede Fläche, die unversiegelt ist, brauchen.”

Damit sich Hochwasserkatastrophen wie im Sommer nicht wiederholen, müssen mehr Flächen für den Abfluss und den Rückhalt von Wassermassen freigehalten werden. Doch tatsächlich werden jeden Tag 52 Hektar Land, also über 70 Fußballfelder, in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt. Die noch amtierende hat im Koalitionsvertrag ein Flächensparziel verankert: Bis 2030 sollen danach weniger als 30 Hektar Fläche pro Tag verbraucht werden.

Das Land Rheinland-Pfalz hat im Hochwassergebiet nun zunächst neue Überschwemmungsgebiete festgesetzt, um mehr Fläche für den Rückhalt und den Abfluss von Wasser zu schaffen. Die Landesregierung hat außerdem kürzlich entschieden, dass die meisten Häuser, die von der Flut beschädigt oder zerstört wurden, wiederaufgebaut werden dürfen – selbst wenn sie in einem der Überschwemmungsgebiete liegen. Im stark betroffenen Ahrtal dürfen nur 34 von den Fluten zerstörte Häuser nicht wiederaufgebaut werden.

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