Sorgt der Mindestlohn für mehr Arbeitslose?

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Sorgt der Mindestlohn für mehr Arbeitslose?

Ulrike Dietz
2 min

nachrichten-heute.net: Sorgt der Mindestlohn für mehr Arbeitslose?


Die Bilanz, die Wirtschaftswissenschaftler nach zwei Jahren Mindestlohn ziehen, ist katastrophal. Zwar ist es nicht zu massiven Jobverlusten gekommen, wie zunächst befürchtet, aber das führen Experten nur auf die starke Konjunktur in Deutschland zurück. Trotzdem ist der Mindestlohn eine große Belastung für den Arbeitsmarkt, besonders dann, wenn es um nur gering qualifizierte Arbeitskräfte geht.

Mehr Jobs ohne den Mindestlohn

Einer der negativen Einflüsse auf die Beschäftigung in Deutschland, ist vor allem die geringe Einstellung von neuen Arbeitskräften. So hätten ohne den Mindestlohn 60.000 neue Stellen entstehen können, das sagt zumindest das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Besonders harsch wird dort auch die geplante Erhöhung des Mindestlohns auf 8,84 Euro pro Stunde kritisiert, denn diese Anhebung kommt zu früh, da es jetzt mit den zahlreichen Flüchtlingen noch mehr Menschen gibt, die wenig oder gar nicht qualifiziert sind.

Mehr Schaden als Nutzen?

Der Streit über den Mindestlohn wird nicht erst seit gestern geführt, denn noch ist immer nicht klar, ob der Mindestlohn mehr schadet als nützt. Das Bundesarbeitsministerium und auch die Gewerkschaften hatten die Lohnuntergrenze von 8,50 Euro als einen großen Erfolg und als einen wichtigen Beitrag für mehr soziale Gerechtigkeit gewertet. Durch den Mindestlohn, so Arbeitsministerin Andrea Nahles, wurden keine Jobs vernichtet, im Gegenteil, viele Jobs wurden auf diese Weise besser. So sind aus geringfügig Beschäftigten sozialversicherungspflichtige Beschäftigte geworden und rund vier Millionen haben bislang schon von der Lohnuntergrenze profitiert, so Nahles.

Die Arbeitszeiten sinken

Einen weiteren Nachteil durch den Mindestlohn sehen Arbeitsmarktexperten in der deutlichen Verringerung der Arbeitszeiten. Schon jetzt ist klar, dass die Arbeitszeiten derjenigen, die vom Mindestlohn betroffen sind, vor allem für die Vollzeitbeschäftigten drastisch reduziert wurde. Und dieser Trend wird sich aller Voraussicht nach weiter fortsetzen. Ganz besonders stark werden diesen Effekt diejenigen spüren bekommen, die in sogenannten 450,- Euro-Jobs arbeiten. Schon jetzt ist die Arbeitszeit im Osten um sechs und im Westen um drei Prozent zurückgegangen.

Bild: © Depositphotos.com / stadtratte


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Erhöhung Mindestlohn AB 1 1 2017
Ulrike Dietz
Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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