Verdi ruft Beschäftigte an sieben Amazon-Standorten zu Streiks auf

Berlin () – Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des Online-Handelskonzerns Amazon an sieben Standorten zu Streiks aufgerufen. Verdi fordere Amazon auf, die Entgelterhöhungen der in den letzten Wochen erzielten Tarifabschlüsse im Einzelhandel  “umgehend” an die Amazon-Beschäftigten weiterzugeben, erklärte die Gewerkschaft am Montag. Verdi fordert seit mehr als acht Jahren von Amazon, die Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels anzuerkennen und einen Tarifvertrag abzuschließen. 

“Es kann nicht angehen, dass sich ein milliardenschwerer multinationaler Konzern dumm und dusselig verdient und sich dennoch weigert, den Beschäftigten die Lohnsteigerungen zukommen zu lassen, die andere der Branche den Kolleginnen und Kollegen zahlen”, kritisierte Orhan Akman, Verdi-Bundesfachgruppenleiter für den Einzel- und Versandhandel. 

Die Gewerkschaft rief für Montag die Beschäftigten in Leipzig sowie an zwei Standorten im hessischen Bad Hersfeld zu Arbeitsniederlegungen auf. Sie sollen laut Gewerkschaft an Allerheiligen Aufgaben von Standorten übernehmen, an denen wegen des Feiertags in einigen Bundesländern und in Nachbarländern nicht gearbeitet wird. Mit Beginn der ersten Arbeitsschicht in der Nacht zum Dienstag seien dann auch Beschäftigte an den Standorten in Werne, Rheinberg, Koblenz und Graben zu Streiks aufgerufen, teilte Verdi weiter mit. 

Amazon erklärt stets, dass der Konzern “eine exzellente Bezahlung, exzellente Zusatzleistungen und exzellente Karrierechancen” bietet. Die Einstiegslöhne für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im deutschen Logistiknetzwerk betragen demnach seit Juli mindestens zwölf Euro brutto pro Stunde. Zudem zahle Amazon eine Sondervergütung für Überstunden, eine Lebens- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung sowie Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge.

Verdi erklärte am Montag, Amazon habe unter dem der Streiks die Löhne in den vergangenen Jahren mehrfach erhöht. Trotzdem zahle der Konzern weniger als vergleichbare tarifgebundene Unternehmen.

Bild: © AFP/Archiv Sajjad HUSSAIN / Amazon-Logo

Verdi ruft Beschäftigte an sieben Amazon-Standorten zu Streiks auf

AFP