Pinar Atalay: “Es darf nicht zählen, wo ich herkomme, sondern was ich daraus mache”

Hamburg (ots) –

Sie moderierte die Tagesthemen, das erste Wahl-Triell und ist bei RTL “das weibliche Gesicht für modernen Journalismus” – Pinar Atalay, hat eine beeindruckende hingelegt. Dabei traute ihre Grundschullehrerin ihr nicht einmal den Weg zum Gymnasium zu. “Nicht, weil meine Noten schlecht waren, sondern weil sie es sich einfach nicht vorstellen konnte, dass ein Mädchen wie ich es dort schaffen würde”. Für ein Kind aus einer Arbeiterfamilie, Tochter türkischer Einwanderer, war offenbar ein anderer Weg vorgezeichnet. Dass sich daran bis heute nur wenig geändert hat, zeigte sich, als sie 2014 Miss Tagesthemen wurde – die erste “mit Migrationsgeschichte”.

Das Herausstellen ihrer Herkunft habe sie anfangs verwundert, ihr aber gezeigt, dass “eine Biografie wie meine in den Köpfen der Leute noch keine Normalität ist.” In BRIGITTE WOMAN (Heft 12/2021, ab heute im Handel) spricht sie über ihren Aufstieg vom Arbeiterkind zur Anchorwoman im deutschen Fernsehen, wie Chancengleichheit gelingen kann und warum sie genau darüber jetzt ein geschrieben hat (“Schwimmen muss man selbst”, erschienen bei Penguin Random House): Um andere Menschen aus Nichtakademikerfamilien zu ermutigen, ihr Potenzial auszuschöpfen und über den Tellerrand ihrer hinauszublicken.

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Die Frage der Herkunft, welche Rolle sie spielt oder besser nicht spielen sollte, beschäftige sie schon lange, so Atalay. “Es darf nicht zählen, wo ich herkomme, sondern was ich daraus mache.” Dass sie selbst so viel daraus machte, habe viele Gründe, so die 43-Jährige: eine Mischung aus Ehrgeiz, Talent, Glück und Chancen.

Ein Teil ihres Antriebs habe jedoch sicher etwas mit ihrer Herkunft zu tun: “Ich glaube, das ist etwas, das viele und mit Migrationsgeschichte verbindet. Unsere Eltern kamen mit dem Anspruch: Wir wollen hier was werden. Und sie gaben uns zu verstehen: Ihr müsst da jetzt auch mitmachen. Besser sein, vernünftiger sein, keinen Ärger machen.”

Quellenangaben

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