Österreich, Tschechien und Ungarn gelten ab Sonntag als Hochrisikogebiete

Berlin () – Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen hat die mehrere europäische Länder neu als Hochrisikogebiete eingestuft. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte, gelten fast ganz Österreich, Tschechien und Ungarn ab Sonntag wieder als Hochrisikogebiete. In Österreich lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei über 700 Fällen pro 100.000 Einwohner. Wien plant deshalb einen bundesweiten Lockdown für Nicht-Immunisierte, zudem soll eine Impfpflicht für Gesundheitsberufe kommen. Derweil verhängten die Niederlande einen neuen Teil-Lockdown.

Erstmals seit vielen Wochen setzte die Bundesregierung mit Österreich und Tschechien wieder zwei Nachbarländer auf die Hochrisikoliste; ausgenommen sind nur einige österreichische Gemeinden. Einreisende aus den Ländern, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, müssen sich zehn Tage lang isolieren. Die Quarantäne kann frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Corona-Test beendet werden. Aufgehoben wird dagegen die seit Mitte August geltende Einstufung der als Hochrisikogebiet.

Österreich und Tschechien liegen bei der -Impfrate unter dem EU-Durchschnitt, gleichzeitig steigen die Infektionsfälle in beiden Ländern wieder rasant an. Deshalb plant die in Wien einen landesweiten Lockdown für Ungeimpfte und Ungenesene. Er wolle am Sonntag “grünes Licht” für einen solchen Lockdown geben, sagte Alexander Schallenberg (ÖVP). 

Die Maßnahme muss noch vom und einer Sitzung der Regierungschefs der Länder am Wochenende abgesegnet werden, bevor sie landesweit eingeführt werden kann. Einen Termin für den landesweiten Lockdown nannte Schallenberg nicht, kündigte aber bereits “stichprobenartige” Kontrollen an. 

In den besonders betroffenen Bundesländern Oberösterreich und Salzburg gilt der Lockdown schon ab Montag. Ungeimpfte dürfen dann nur noch ihr Zuhause verlassen, um Lebensmittel oder andere unerlässliche Waren einkaufen zu gehen, zu treiben oder wenn sie medizinische Hilfe benötigen. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) kündigte zudem eine Impfpflicht im Gesundheits- und Pflegesektor an, nannte aber ebenfalls noch keine Datum.

Die Niederlande stehen wegen der steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen derweil vor dem nächsten Teil-Lockdown: Regierungschef Mark Rutte kündigte am Freitagabend dreiwöchige Einschränkungen im Gastgewerbe, im und beim Sport an. Bars, Restaurants und Geschäfte müssen um 20.00 Uhr schließen, alle Geschäfte für den nicht dringend nötigen Bedarf bereits um 18.00 Uhr. “Das Virus ist überall, im ganzen Land, in allen Branchen und allen Altersgruppen”, erklärte Rutte. Die Maßnahmen treten bereits am Samstag in Kraft.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von (ECDC) stufte am Freitag die Corona-Lage in zehn Ländern der Europäischen Union als “sehr besorgniserregend” ein. Zu ihnen zählten unter anderem Polen, Belgien, die Niederlande und Tschechien.

Österreich zählte ebenso wie Deutschland, Dänemark, Finnland und Luxemburg zu den 13 Ländern, in denen die Lage laut ECDC “besorgniserregend” ist. Die Behörde wies darauf hin, dass die Länder mit geringerer Impfrate weiterhin am stärksten betroffen seien.

Angesichts der beunruhigenden Corona-Lage in vielen EU-Staaten rief die EU-Kommission die Regierungen auf, ihre Vorkehrungen zur Eindämmung der vierten Welle zu verschärfen. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides mahnte aber auch die EU-Bürger zu erhöhter Achtsamkeit. “Dies ist nicht die Zeit dafür, nachlässig zu werden und unsere Masken wegzuwerfen,” sagte sie der “Welt”.

Die EU habe mit einer Impfquote von 75 Prozent der Erwachsenen eine der höchsten Impfraten der Welt. “Das ist eine beträchtliche Leistung, auf die wir stolz sein können”, sagte die EU-Kommissarin. Die Situation sei wegen der ansteigenden Fallzahlen jedoch fragil: “Leider findet das Szenario einer Pandemie der Ungeimpften statt.”

Bild: © AFP STEFANIE LOOS / Reisende am Flughafen

Österreich, Tschechien und Ungarn gelten ab Sonntag als Hochrisikogebiete

AFP