US-Anwälte reichen nach tödlicher Massenpanik in Houston 93 Klagen ein

Washington () – Nach der Massenpanik mit neun Toten bei einem US-Musikfestival in Houston hat der bekannte Opferanwalt Ben Crump dutzende Zivilklagen eingereicht. Crump sagte am Freitag in der Millionenmetropole im Bundesstaat Texas, er und andere Anwälte würden mehr als 200 Betroffene vertreten. Gemeinsam hätten sie 93 Klageschriften vorgelegt. Seine Mandanten seien beim Astroworld-Festival des Rappers Travis Scott “mental, körperlich und psychologisch verletzt” worden, sagte Crump. “Einige dieser Opfer wurden katastrophal verletzt.”

Die Klagen richten sich unter anderem gegen den Konzertveranstalter Live Nation, wie Crump sagte. Auch Rapper Travis Scott werde in den Klagen aufgeführt. “Wir werden dafür sorgen, dass niemand seiner Verantwortung entgeht”, sagte Crump, der als Anwalt von Angehörigen von durch die getöteten Schwarzen wie George Floyd bekannt geworden ist.

Bei der traten am Freitag auch mehrere Konzertbesucher vor die Kameras. “Es war ein Albtraum”, sagte die 59-jährige Gertrude Daughtery. “Ich hätte nie gedacht, dass ein Konzert sich zu einer solchen entwickeln würde. Dass man ein Ticket kauft, das ein Todes-Ticket wird.”

Der 31-jährige Dishon Isaac verglich das Konzert vom Freitag vergangener Woche mit einem “Kriegsgebiet”. “Kämpfe brachen aus, die Leute warfen Wasserflaschen.” Die Konzertbesucher seien wie “Sardinen in einer Dose” gewesen. “Mir wurde klar, dass ich da raus musste oder zu Tode gequetscht werde.”

Die Massenpanik hatte sich beim Astroworld-Festival im Zentrum von Houston mit rund 50.000 Zuschauern ereignet. Neun Menschen starben, zahlreiche weitere wurden verletzt.

Bereits in den Tagen nach dem Unglück wurden erste Klagen unter anderem gegen Live Nation und Travis Scott eingereicht. In einer Klage wird dem Rapper vorgeworfen, zu Chaos angestiftet zu haben. Derzeit laufen die Ermittlungen zu den Ursachen der Massenpanik. Das Astroworld-Festival wird seit 2018 von Travis Scott organisiert. Der Rapper äußerte sich erschüttert über das Unglück.

Bild: © AFP/Archiv Thomas Shea / Trauer um Opfer von Massenpanik

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AFP