Gespannte Atmosphäre vor geplanten Massenprotesten im Sudan

Khartum () – Knapp drei Wochen nach dem Militärputsch im Sudan haben pro-demokratische Aktivisten für Samstag erneut zu landesweiten Massenprotesten aufgerufen. Eine Rückkehr des nordostafrikanischen Staates zu einer neuen “Militärdiktatur” müsse verhindert werden, hieß es in den von ihnen verbreiteten Textnachrichten. 

Die Militärmachthaber entsandten am frühen Morgen ein Großaufgebot an Soldaten und Paramilitärs in die Straßen der Khartum. Alle Verbindungsbrücken zu den Vororten wurden gesperrt. und pro-demokratische Gruppierungen berichteten von weiteren Festnahmen.

Das hatte vor knapp drei Wochen die Macht im Sudan übernommen. Soldaten nahmen die zivilen Mitglieder der Übergangsregierung fest. Der Anführer der Putschisten, General Abdel Fattah al-Burhan, rief den Ausnahmezustand aus und kündigte die einer neuen an. Die Maßnahme steht jedoch weiter aus.

Am Donnerstag ernannte Burhan einen neuen Souveränen Rat, dem die Führung des Landes obliegt. Ihm gehören auch einige wenig bekannte Zivilisten an – aber kein Vertreter mehr des Bündnisses “Kräfte für Freiheit und Wandel” (FFC), das vor zwei Jahren erfolgreich den Volksaufstand gegen den langjährigen Machthaber Omar al-Baschir organisiert hatte.

Seit dem Putsch kam es immer wieder zu Massenprotesten gegen die Machtübernahme des Militärs, die mit niedergeschlagen wurden. Nach Angaben einer Ärzteorganisation wurden bisher mindestens 14 Menschen getötet und rund 300 Demonstranten verletzt. Hunderte Aktivisten und Demonstranten wurden festgenommen.

Die Vereinten Nationen riefen die sudanesischen auf, am Samstag auf Gewalt zu verzichten. Er appelliere erneut an die Streitkräfte, “äußerste Zurückhaltung” zu üben und das Recht auf Versammungs- und Meinungsfreiheit zu respektieren, erklärte der UN-Sondergesandte für den Sudan, Volker Perthes, auf Twitter.

Bild: © AFP/Archiv - / Jugendliche schwenken sudanesische Fahne bei Protesten in Khartum

Gespannte Atmosphäre vor geplanten Massenprotesten im Sudan

AFP