Dutertes Kandidat für philippinische Präsidentschaft zieht Kandidatur zurück

Manila () – Der von Amtsinhaber Rodrigo Duterte ausgewählte Kandidat für das Präsidentenamt der Philippinen, Christopher Go, hat seine Kandidatur zurückgezogen. “Meine will es auch nicht, also dachte ich, vielleicht ist meine Zeit noch nicht gekommen”, sagte der Senator am Dienstag. Duterte gegenüber werde er aber “loyal” bleiben. “Ich verspreche, für immer bei ihm zu sein”, sagte Go.

Der enge Vertraute des umstrittenen Präsidenten hatte erst vor gut zwei Wochen, kurz vor Fristende, seine Kandidatur bekanntgegeben. Zuvor hatte er sich für die Wahl des Vizepräsidenten registriert, der auf den Philippinen getrennt vom Staatschef ebenfalls direkt gewählt wird. Beobachter hatten Go keine großen Chancen eingeräumt.

Die Verfassung verbietet Präsident Duterte ein zweites Mandat an der Spitze des südostasiatischen Lands. Er hatte schon einmal mit einer Kandidatur als Vizepräsident geliebäugelt, Anfang Oktober dann aber überraschend seinen Rückzug angekündigt. Er will nun für den Senat kandidieren.

Das Feld der Kandidaten für seine Nachfolger wird nun noch kleiner. Die besten Aussichten hat derzeit Ferdinand Marcos Jr., Sohn des früheren Diktators Ferdinand Marcos. In den Umfragen liegt der 64-jährige weit vorne, gefolgt von der amtierenden Vizepräsidentin und Duterte-Kritikerin Leni Robredo, dem ehemaligen und Bürgermeister Francisco Domagoso und dem Box-Star und Senator Manny Pacquiao.

Duterte hat enge Verbindungen mit der umstrittenen Familie des ehemaligen Diktators Marcos. Zuletzt hatte er sich aber kritisch über Marcos Jr. geäußert und ihn als “schwachen Anführer” bezeichnet, “der viel Gepäck mit sich rumschleppt”.

Lange war spekuliert worden, Dutertes Tochter Sara könnte für das Präsidentenamt kandidieren. Überraschend erklärte sie dann jedoch lediglich ihre Kandidatur als Vizepräsidentin. 

Der scheidende Präsident ist wegen seines blutigen Anti-Drogenkriegs mit tausenden Toten auch international in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, den Sicherheitskräften freie Hand in ihrem brutalen Vorgehen gelassen und damit der Willkür Tür und Tor geöffnet zu haben. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat Ermittlungen aufgenommen.

Bild: © POOL/AFP LISA MARIE DAVID / Christopher Go

AFP