Ischinger will Leitung der Münchner Sicherheitskonferenz abgeben

Berlin () – Wolfgang Ischinger will die Leitung der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) abgeben. “Nun ist es an der Zeit, die operative Führung in jüngere Hände zu übergeben”, sagte Ischinger dem Düsseldorfer “Handelsblatt”. Daher habe er dem Stiftungsrat der vorgeschlagen, Christoph Heusgen den Vorsitz der Münchner Sicherheitskonferenz anzuvertrauen. Der Wechsel soll demnach nach der nächsten Sicherheitskonferenz erfolgen, die im Februar 2022 geplant ist.

Ganz zurückziehen will Ischinger sich nach eigenen Angaben jedoch nicht. “Ich selbst bleibe Vorsitzender des Stiftungsrats”, kündigte er an. Der 75-jährige frühere Diplomat zog eine positive seiner bisherigen Tätigkeit: “Ich führe die Münchner Sicherheitskonferenz seit 2008. In diesen 13 Jahren konnte ich mit meinem Team enorm viel bewegen und gestalten.”

Den Weg zu seiner Entscheidung für einen Stabwechsel beschrieb Ischinger im “Handelsblatt” wir folgt: “Meine Frau sagte vor einiger Zeit, ich solle aufhören, bevor das jemand schreibt.” Er habe sie gefragt, wann das wohl passieren würde. Seine Frau habe daraufhin geantwortet: “Bald”. 

An der Münchner Sicherheitskonferenz nehmen regelmäßig hochrangige Regierungsvertreter aus zahlreichen Staaten teil. Sie gilt als eines der wichtigsten außen- und sicherheitspolitischen Foren weltweit.

Ischinger war von 1998 bis 2001 beamteter Staatssekretär im Auswärtigen Amt unter dem damaligen Ressortchef Joschka Fischer (Grüne). Danach war er zunächst deutscher Botschafter in den USA, dann ab 2006 in Großbritannien.

Heusgen war ab 2005 für die damals neu ins Amt gekommene Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für den Bereich im Kanzleramt verantwortlich. 2017 wurde er Ständiger Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen.

Bild: © AFP/Archiv Thomas KIENZLE / Wolfgang Ischinger

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