Kölnische Rundschau: Scholz und das Wolkenblasen

Köln (ots) –

Mit einer Mischung aus Skepsis und Vertrauen gehen die Deutschen ins neue Jahr. So nüchtern sie die Entwicklung der Corona-Pandemie betrachten, so eindeutig belegen alle einschlägigen Umfragen doch solide Vertrauenswerte in die neue Bundesregierung, die zu großen Teilen – angefangen beim Bundes- und früheren Vizekanzler – ja gar nicht so neu ist.

Olaf Scholz, der sich heute in seiner ersten Neujahrsansprache präsentiert, muss sich aber klarmachen: Das ist zunächst nur ein Vorschuss. Er muss dieses geschenkte Vertrauen erst noch richtig erwerben. Mit seinem Hinweis auf das Zusammenstehen dieser Gesellschaft, aufgezeigt am Beispiel der Flut, hat Scholz den richtigen Ton getroffen: ein Kanzler für alle, auch die, die ihn nicht gewählt haben. Trotzdem dürfen die Bürger von Scholz auch Auskunft über den Weg erwarten, auf den er sie führen will, und zwar auch dann, wenn der nicht allen gefallen sollte.

Beim so belastenden Thema Corona blieb ihm nur das Versprechen, schnell und entschlossen zu reagieren. Denn zu klaren, gemeinsamen Konzepten hat sich Rot-Grün-Gelb bisher nicht durchgerungen. Und abseits der Pandemie? Klimakrise, demografischer Umbruch, internationale Konflikte sind da, sie werden bleiben, und sie verlangen Antworten. In punkto Klima verbreitet Scholz Zuversicht: Wir haben ja die richtigen Leute und Ressourcen. Rentner sollen ordentlich leben können, und die Unverletzlichkeit von Grenzen ist nicht verhandelbar. Ach ja.

Das ist die von Scholz lustvoll gepflegte Kunst des Ausweichens und Wolkenblasens, mit der er aber hier nicht weiterkommt. Im neuen Jahr muss er endlich sagen, wohin er will.

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