Frankfurter Rundschau: Kein Visionär

Frankfurter Rundschau (ots) –

Die Deutschen wünschen sich offenbar angesichts der Krisen von Klima über Migration bis Pandemie auch im Präsidialamt jemanden zur Beruhigung. Dafür ist Steinmeier der Richtige. Als Bundespräsident fiel er weder als Visionär, noch als Vordenker oder Vermittler auf. Sein bei Amtsantritt verkündetes Anliegen, die liberale Demokratie gegen populistische Angriffe zu verteidigen, zündete als Thema nicht recht – auch, weil er bis heute keine Deutung für den Auftrieb des Populismus vorweisen kann, sondern lediglich seine Abscheu dagegen. Sein oft wiederholter Appell, man müsse beide Seiten hören, ist lobenswert und wurde noch wichtiger, als er ihn im Corona-Streit wiederholte und auch Gegner der Lockdown- zur Debatte lud. Ihre Einwände ließ er aber nie an seiner Haltung kratzen, die stets den bundesrepublikanischen Mainstream verkörperte. Eine Mittlerfunktion konnte er so zwar nie einnehmen. Als Instanz der Selbstvergewisserung der aktuellen Mehrheitsmeinung wirkt er aber umso besser.

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