Evangelische Kirche im Rheinland: Vier Minuten für ein “Wort zum Sonntag”- und für Trost und Stärkung

Düsseldorf/Moers (ots) –

“Haben wir ein Auge für Gottes wunderbare Welt und ein Ohr für ihre Klänge?” Als Walter Dittmann, Pastor aus Hamburg, sich und der Gemeinde vor den Fernsehern diese Frage am 8. Mai 1954 im ersten “Wort zum Sonntag” stellt, liegt Anke Prumbaums Geburt noch 18 Jahre entfernt in der Zukunft. Am 22. Januar wird sich die heute 49-jährige Pfarrerin und Krankenhausseelsorgerin aus Moers nun aber auch einreihen in die mittlerweile mehr als 300 Namen umfassende Liste der Sprecherinnen und Sprecher von Deutschlands zweitältester Fernsehsendung. Nur die Tagesschau feierte noch zwei Jahre früher Premiere.

Vier Minuten wird Anke Prumbaum haben. Vier Minuten, um ein Angebot zu machen, “das Menschen guttut unabhängig von ihrem binnenkirchlichen Leben”. So, wie sie das auch als Krankenhausseelsorgerin täglich versucht: “Ich gehe zu jedem und jeder hin, egal ob er oder sie evangelisch, katholisch, aus der Kirche ausgetreten oder muslimisch ist.” Überhaupt liegen Predigt und Seelsorge für sie eng beieinander: weil es darum gehe, hoffnungsvoll zu sein und den Menschen etwas mit auf den Weg zu geben, “das mit Trost und Stärkung zu tun hat”. Und weil sie von Gottes Begleitung im Leben und in der Welt überzeugt ist und auch ihr Gegenüber ermutigen will, aus diesem Gedanken heraus das Leben zu gestalten: “Du bist angenommen und geliebt von Gott. Also trau dich, deine Wege zu gehen und deine Meinung zu sagen.”

Sie will auch vor der Kamera bei sich bleiben

Sie selbst zu bleiben “und auf meine Art und Weise zu sprechen”, das hat sie sich auch für ihre “Wort zum Sonntag”-Premiere vorgenommen. “Es sind meine Texte und meine Gedanken.” Ihr ist klar, dass ihr vor der Kamera die Gesichter und Geschichten einer vertrauten Gemeinde fehlen werden. Aber jede Verkündigung müsse auch Menschen erreichen können, die sie nicht kenne. “Und das funktioniert nur, wenn ich bei mir bin.” Als ihre in der Regel hochgesteckten Haare vor einem ZDF-Fernsehgottesdienst als “nicht kamerakompatibel” bezeichnet wurden, entgegnete sie: “Aber sie sind Anke-Prumbaum-kompatibel.”

Fernsehpremiere vor zwei Jahren im ZDF

Damals, im Mai 2020, gewann die Pfarrerin für sich das Grundvertrauen, dass es ihr gelingen kann, Inhalte und seelsorgliche Elemente auch medial zu vermitteln. Den Fernsehgottesdienst gestaltete sie zusammen mit Ulrich Lilie, dem Präsidenten der Diakonie Deutschland. In der Frühphase der Pandemie mit all ihren Verunsicherungen ging es um “Zeit für die guten Geschichten”. Danach gab es sehr viel positive Resonanz und “tief bewegende E-Mails”. Und in der Folge auch einen ersten Anruf von Petra Schulze, der Evangelischen Rundfunkbeauftragten beim WDR – Auftakt für mehrere Gespräche und schließlich die offizielle Bewerbung als Sprecherin für das Wort zum Sonntag mit anschließendem Coaching.

Langes Stillschweigen über die Wahl als Sprecherin

Ein Schritt in die öffentlichkeit, über den die Mutter zweier Söhne und einer Tochter lange Stillschweigen bewahren musste. Denn ihre Wahl durch die Senderbeauftragtenkonferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erfolgte bereits im Februar 2021. Doch erst Ende November wurde bekannt, dass sie als einzige Vertreterin der rheinischen Kirche für die kommenden drei Jahre zum Kreis der jeweils vier evangelischen und katholischen Sprecherinnen und Sprecher für das Wort zum Sonntag gehören wird. Schon seit Oktober 2021 ist Prumbaum auch Autorin kirchlicher Beiträge auf WDR 4.

“Es gibt einen Gott, der sich für mich interessiert”

Als Krankenhausseelsorgerin ist sie oft in Krisenbereichen tätig: an den Grenzen des Lebens, bei schweren Diagnosen oder ethisch schwierigen Entscheidungen. “Das Leben ist eine Riesenherausforderung”, sagt sie. Umso wichtiger ist ihr die Überzeugung: “Es gibt einen Gott, der sich für mich interessiert und etwas vorhat mit meinem Leben.” Menschen dabei zu begleiten, diese Entdeckung selbst zu machen, liegt ihr am Herzen. Sie erlebe in ihrer Arbeit in so vielen Momenten die Gegenwart Gottes und will zugleich vermeiden, diese kostbaren Momente “gleich mit einer frömmelnden Patina zu überziehen”. Ob ihr das gelingt – auch bei kontroversen Themen und vor regelmäßig mehr als 1,3 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern? Die Reaktionen nach der Sendung werden es zeigen. Aber die selbst in ihrer Kindheit und Jugend überhaupt nicht kirchlich sozialisierte Pfarrerin ist jetzt schon sicher: “Wir dürfen nicht zu eng denken.”

(Autor: Ekkehard Rüger)

Ein Foto von Pfarrerin Anke Prumbaum kann unter www.ard-foto.de (https://newsletter.ekd.de/r/FRyZZxq59328ms8161.html) heruntergeladen werden.

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