Gefährliche Fälschungen werden zunehmend online verkauft, …

Berlin (ots) –

Gefälschte Waren haben ihrem Wesen nach eine Vielzahl negativer Folgen. Der heute veröffentlichte neue Bericht des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigt, dass Fälschungen nicht nur wirtschaftlichen Schaden verursachen und Arbeitsplätze kosten, sondern auch ernsthafte Risiken für die bergen. Dazu gehören Gesundheitsrisiken (z. B. gefälschte oder Lebensmittel), Sicherheitsrisiken (z. B. gefälschte Autoersatzteile oder Batterien) und Umweltrisiken (z. B. gefälschte Chemikalien oder Pestizide).

Der neue gemeinsame Bericht “Dangerous Fakes.Trade in counterfeit goods that pose health, safety and environmental risks” analysiert Daten aus Zollbeschlagnahmen und anderen Durchsetzungsmaßnahmen und untersucht, wie gefährliche Fälschungen in die Hände der Verbraucher gelangen können.

Rechtmäßige Anbieter müssen strenge Vorschriften einhalten, um sicherzustellen, dass ihre Waren keine Gefahr für Verbraucher darstellen oder Verbrauchern keinen Schaden zufügen können. Fälscher beachten keine dieser Vorschriften, weshalb gefälschte Waren ernsthafte Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltrisiken bergen können. Solche Risiken gehen insbesondere von Fälschungen in den Kategorien Parfümeriewaren, Kosmetika, Bekleidung, Spielzeug, Autoersatzteile und Arzneimittel aus.

Die Rolle des elektronischen Handels

Bei gefährlichen Produkten, deren Bestimmungsort die EU ist, machten Online-Verkäufe 60 % der weltweiten Beschlagnahmungen aus. Von diesen waren Kosmetika die am häufigsten beschlagnahmten Produkte (46 %), gefolgt von Bekleidung (18 %), Spielzeug und Spielen (17 %) und Autoersatzteilen (8 %).

Die meisten dieser gefährlichen Fälschungen kamen aus China (55 % der weltweiten Zollbeschlagnahmen) und Hongkong (19 %), was fast drei Vierteln der Beschlagnahmungen entspricht. Neun Prozent der gefährlichen Waren entfielen auf die Türkei.

Deutschland war im Zeitraum 2017-2019 mit 47 % der weltweiten Zollbeschlagnahmen der gefährlichsten für die EU bestimmten gefälschten Waren das mit Abstand führende Bestimmungsland dieser gefälschten Waren in der EU. Dahinter folgten Belgien, Dänemark, Italien, Spanien und Österreich.

Beim Vertrieb sind Postpakete – bedingt durch die zunehmende Beliebtheit des Online-Shoppings – die bevorzugte Versandmethode für gefälschte Waren. Diese kleinen Pakete erschweren den Zollbehörden die Überprüfung und Entdeckung. Insgesamt wurden 60 % der beschlagnahmten gefährlichen Waren auf dem Postweg versandt; mit Blick auf den Wert der Beschlagnahmungen war der Seeweg hingegen der vorherrschende Verkehrsträger.

Auswirkungen der Pandemie

Die COVID-19-Pandemie hat sich auf den mit gefährlichen Fälschungen ausgewirkt und bestehende Trends verschärft. Kriminelle machen sich die weltweite Krise zunutze, und die Behörden berichteten von einem starken Anstieg der Beschlagnahmen gefälschter Arzneimittel, Testkits und persönlicher Schutzausrüstung sowie anderer medizinischer Produkte. Dies gilt auch für andere Hochrisikokategorien wie Alkohol, wo unterbrochene Lieferketten und eine Verschiebung der Nachfrage neue Möglichkeiten für kriminelle Aktivitäten geschaffen haben.

Der Exekutivdirektor des EUIPO, Christian Archambeau, erklärte dazu:

Der illegale Handel mit gefälschten und unerlaubt hergestellten Waren stellt für unsere Weltwirtschaft eine große Herausforderung dar. Er fördert die organisierte Kriminalität, untergräbt die solide öffentliche Verwaltung und bedroht unseren Aufbauplan “NextGenerationEU” für die Zeit nach der Pandemie. Wie in diesem neuen, in Zusammenarbeit mit der OECD entstandenen Bericht betont wird, sind gefährliche Fälschungen zudem mit erheblichen Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltrisiken verbunden. Wir sind zuversichtlich, dass diese Erkenntnisse dazu beitragen werden, das Risiko, das Fälschungen für unsere Gesellschaft darstellen, zu verstehen, die Entwicklung innovativer Strategien zur Bewältigung dieser Herausforderungen zu erleichtern und den fairen Handel im Zuge der Erholung von der COVID-Pandemie zu fördern.

Arten von Risiken

Minderwertige und gefälschte Waren können für Verbraucher gesundheitsgefährdend oder sogar lebensgefährlich sein. Besondere Gefahren wurden bei gefälschten Produkten festgestellt, die von Verbrauchern eingenommen (Lebensmittel, Getränke, Arzneimittel) oder direkt auf die Haut aufgetragen werden (Kosmetika, Parfüms).

Kleinteile aus Spielwaren, Magnetbauteilen und insbesondere Batterien können verschluckt werden und bei Kindern schwere Darmschäden verursachen.

Gefährliche Fälschungen stehen im Zusammenhang mit u. a. biologischen und chemischen Risiken, Verletzungen, Strangulation, Ersticken, Verbrennungen, Stromschlag, Brand oder Hörschäden.

Zudem gehen von vielen gefährlichen Produkten mehrere Risiken aus. So kann beispielsweise ein gefälschtes Pestizid die Umwelt schädigen und eine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen und eine gefälschte Autobatterie kann schwerwiegende Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltschäden verursachen.

HINWEIS FÜR DIE REDAKTION

Das EUIPO veröffentlicht über die Europäische Beobachtungsstelle für Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums und in Zusammenarbeit mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) regelmäßig Studien und Forschungsarbeiten zum weltweiten Handel mit gefälschten und unerlaubt hergestellten Waren.

Alle Berichte sind auf der Website der Beobachtungsstelle (https://euipo.europa.eu/ohimportal/de/web/observatory/quantification-of-ipr-infringement) verfügbar.

ÜBER DAS EUIPO

Das EUIPO (https://euipo.europa.eu/ohimportal/de/)ist eine der größten dezentralen Agenturen der EU mit Sitz in Alicante, Spanien. Das EUIPO, das 2021 zum weltweit innovativsten Amt für geistiges Eigentum (https://www.worldtrademarkreview.com/ip-offices/euipo-and-kipo-ranked-most-innovative-ip-offices-in-the-world)gekürt wurde, ist für die Eintragung von Unionsmarken (UM) und Gemeinschaftsgeschmacksmustern (GGM) zuständig, die den Schutz von Rechten des geistigen Eigentums in allen Mitgliedstaaten der EU gewährleisten. Zudem arbeitet es mit den nationalen und regionalen Ämtern für geistiges Eigentum in der EU zusammen. Beim Amt angesiedelt ist die Europäische Beobachtungsstelle für Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums.

Die Europäische Beobachtungsstelle für Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums (https://euipo.europa.eu/ohimportal/de/web/observatory/home) wurde 2009 eingerichtet, um den Schutz und die Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums zu fördern und der wachsenden Bedrohung durch Verletzungen des geistigen Eigentums in Europa zu begegnen. Sie wurde am 5. Juni 2012 durch die Verordnung (EU) Nr. 386/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates dem EUIPO unterstellt.

Weitere Informationen über die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (https://www.oecd.org/about/) (OECD).

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Quellenangaben

Textquelle: EUIPO – Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum, übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/pm/162103/5172986

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