Bedingt zukunftsbereit

Köln (ots) –

Mehr als fünf Prozent Rentenplus in diesem, voraussichtlich – sofern der Ukraine-Krieg keine scharfe Rezession auslöst – knapp fünf Prozent im nächsten Jahr für West-Rentner, im Osten noch eine ordentliche Schippe drauf: Das ist zunächst einmal eine gute Nachricht. Die gesetzliche Rentenversicherung sorgt dafür, dass Ruheständler an der allgemeinen Entwicklung des Wohlstandes teilhaben.

Dieser guten Nachricht stehen zwei schlechte entgegen. Erstens, die aktuelle Erhöhung würde weitgehend aufgezehrt, wenn es bei den aktuellen Monatsteuerungsraten bliebe. Das ist allerdings kein spezifisches Rentner-Problem. Arbeitnehmer sind nicht minder betroffen, im Gegenteil – wer darf in diesem Jahr schon auf fünf Prozent mehr Gehalt hoffen?

Zweitens, die Rentenversicherung lebt von der Substanz. Während sie stark erhöhte Renten ausschüttet, wird sie schon in diesem Jahr mehr als die Hälfte ihrer Rücklagen aufzehren. Und dass, obwohl der Bund 108 Milliarden Euro einzahlt – ein Viertel des Bundeshaushalts. Schon in vier Jahren wird der Rentenbeitrag knapp unter der von der Ampelkoalition festgehaltenen Höchstgrenze von 20 Prozent liegen. Und dann?

“Schockartig steigende Finanzierungsprobleme” der Rentenkasse von 2025 an prognostiziert der Wissenschaftliche Beirat des Wirtschaftsministeriums. Die Babyboomer gehen in Rente. Die Idee, die Folgen der Alterung durch einen Boom am Arbeitsmarkt auffangen zu können, ist trügerisch: Wo sind denn die Bewerber? Was soll aus alledem werden? Die Bundesregierung drückt sich um eine Antwort herum. Eine miserable Nachricht für alle, die auf die Rentenversicherung angewiesen sind.

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