Save the Children Deutschland e.V.: Mosambik: Gewalt in Cabo Delgado fordert weitere Menschenleben

Berlin/Maputo (ots) –

Ein Jahr nach den Angriffen auf die Stadt Palma, bei denen zahlreiche Menschen ums Leben kamen, werden in der Provinz Cabo Delgado in Mosambik weiterhin Tausende durch die Gewalt vertrieben und von bewaffneten Gruppen entführt. Darauf weist Save the Children hin.

Im Februar 2022 wurden mindestens sieben Kinder, darunter drei Mädchen und vier Jungen, von bewaffneten Männern entführt. Die Kinderrechtsorganisation befürchtet, dass sie als Soldaten ausgebildet oder zwangsverheiratet werden könnten. Bewaffnete Gruppen sollen das Dorf Bangala 2 südlich von Palma angegriffen haben, berichteten Familien Save the Children. Dabei sollen drei Männer enthauptet, Frauen entführt und Fahrzeuge in Brand gesetzt worden sein. Auf der Küsteninsel Matemo, ebenfalls südlich von Palma, wurden drei weitere Menschen getötet, Frauen und Kinder entführt und ihre Häuser angezündet.

Bereits im Januar flohen mindestens 14.200 Menschen, darunter mindestens 6.800 Kinder, nach Angriffen aus ihren Häusern. Save the Children berichtet, dass es in allen Bezirken im Norden der Provinz zu Gewalttaten kommt und Kinder von bewaffneten Gruppen rekrutiert werden.

“Kinder haben uns von entsetzlicher Gewalt an ihren Eltern und Nachbarn berichtet. Das sind Traumata, die sie für den Rest ihres Lebens nicht mehr loswerden”, sagt Brechtje van Lith, Landesdirektorin von Save the Children in Mosambik. “Wir bieten vertriebenen Kindern und Familien Schutz und leisten dringend benötigte humanitäre Hilfe in den Bereichen psychosoziale Unterstützung, Bildung, Ernährung, Wasser- und Sanitärversorgung. Diese Hilfe weiten wir aus, um noch mehr Menschen in schwer zugänglichen Gebieten zu erreichen. Die meisten Vertriebenen können bisher nicht in ihre Heimat zurückkehren, weil es dort nicht sicher ist.”

Die Schlacht um Palma, die am 24. März 2021 begann und bis zum 5. April dauerte, forderte Dutzende Tote; mehr als 88.000 Menschen wurden vertrieben. Die Gewalt war ein Wendepunkt im bewaffneten Konflikt in Cabo Delgado, der internationale Aufmerksamkeit erregte und zur Entsendung von Truppen in die Region führte. Doch auch ein Jahr nach den Angriffen ist die humanitäre Notlage weiterhin groß. Mindestens 734.000 Menschen wurden in der Region vertrieben, darunter fast 360.000 Kinder.

Save the Children ist die führende internationale Nichtregierungsorganisation, die auf die Krise in Cabo Delgado reagiert hat. 2021 konnten die Mitarbeitenden in der Region 302.024 Menschen erreichen, darunter 173.902 Kinder. Die Organisation ist seit 1986 in Mosambik tätig und gehört zu den führenden Entwicklungs- und humanitären Organisationen im Land. Jedes Jahr erreichen die Programme von Save the Children in Mosambik mehr als 1,8 Millionen Menschen und unterstützen diese in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Bildung, Kinderschutz, Kinderrechte und Klimaanpassung.

Über Save the Children: Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können – seit über 100 Jahren.

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Quellenangaben

Textquelle: Save the Children Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/pm/106106/5186183

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