DTB – Deutscher Tennis Bund e.V.: Laura Siegemund im DTB-Interview

Hamburg (ots) –

Hamburg, 04. April 2022 – Seit 2017 ist Laura Siegemund regelmäßig für das Porsche Team Deutschland im Einsatz. Nach längerer Verletzungspause kehrt die 34-Jährige nun zurück und ist beim Billie Jean King Cup (ehemals Fed Cup) in Kasachstan dabei. Mit dem Deutschen Bund sprach sie über ihre Performance bei den Miami Open, den Zustand ihres Knies und alte Gewohnheiten…

Du hast bei den Miami Open den Titel im Doppel mit Vera Zvonareva geholt. Wie war das Turnier für dich?

Ich bin super happy darüber, wie gut wir gespielt haben. Das Level stieg von Match zu Match. Es ist krass, wie schnell wir auf höchstem Niveau wieder da sind und ganz vorne mitspielen, nachdem ich so lange verletzt war. Wir hatten Anfang März zwar schon Lyon zusammen gewonnen, aber unser letztes gemeinsames Match davor war im Juli 2021 in Wimbledon.

Mit meinem Einzel bin ich natürlich nicht zufrieden. Es war ein sehr windiger Tag und ich hatte eine Gegnerin, die momentan sehr viel Selbstvertrauen hat. Trotzdem erwarte ich natürlich mehr von mir. Es ist nicht einfach, nach so langer Zeit wieder auf Top-Level einzusteigen und ich denke, ich brauche einfach noch ein paar gute Matches und etwas Selbstvertrauen.

Letztes Jahr hast du dich bei den Miami Open verletzt. Anfang August kam die Knie-OP und du musstest mehrere Monate pausieren. Ist jetzt alles wieder gut?

Genau, ab März 2021 hatte ich permanent Probleme mit dem Knie. Wir haben lange versucht, das ohne Operation zu lösen. So habe ich die Saison über zwar gespielt, aber immer wieder pausieren müssen, bis zu den Olympischen Spielen. Die wollte ich unbedingt erleben.

Danach ging es aber nicht mehr und ich musste den Schritt einer Operation gehen. Darauf folgte eine sechsmonatige Reha. Mein Knie ist natürlich nicht mehr wie vorher. Ich muss viele regelmäßige Übungen machen, es bleibt work in progress. Aber ich bin zufrieden – es passt sich wieder gut an die Matchsituation an und wird mit jedem Turnier besser. Ich bin froh, dass ich überhaupt wieder spielen kann und dann gleich auf dem Niveau so einen sensationellen Erfolg einzufahren, darauf kann ich schon stolz sein.

In Miami hast du nun sehr stark Doppel gespielt. Würdest du beim Billie Jean King Cup (BJKC) lieber im Einzel oder im Doppel starten?

Ich bin offen für alle Optionen. Ich sehe mich grundsätzlich nach wie vor als Einzel- und Doppelspielerin und mein Ziel ist es, auch im Einzel wieder in die Top 100 zu kommen. Im Doppel ist mir das ja schnell gelungen. Und dass ich Doppel auf Weltklasseniveau spielen kann, habe ich spätestens hier in Miami wieder gezeigt.

Beim BJKC in Kasachstan geht’s auf Sand. Wie wird dir die Umstellung gelingen?

Ich spiele sehr gerne auf Sand, das ist mein Lieblingsbelag. Normalerweise fällt mir die Umstellung nicht schwer. Aber natürlich braucht man trotzdem ein bisschen Zeit. Was das Knie anbelangt: Sand ist für die Gelenke eher gut. Nachdem ich in Miami auf Hartplatz bestanden habe, bin ich dahingehend für die Sandplatzsaison sicher gut vorbereitet.

Was verbindest du mit dem BJKC?

Das ist einer der wenigen Teamwettbewerbe, die wir haben. Für mich ist das verbunden mit Mannschaftsgefühl, dem Gefühl für die eigene Nation zu spielen. Mit den deutschen Farben auf der Brust ist es einfach etwas anderes. Man hat eine andere Verantwortung, denn man spielt nicht nur für sich, sondern für etwas Größeres. Das verbinde ich mit dem Fed Cup – beziehungsweise dem Billie Jean King Cup.

Kein seltener Versprecher: Den Fed Cup gibt es nicht mehr – seit 2020 heißt er Billie Jean King Cup. Hast du dich schon an den neuen Namen gewöhnt?

(lacht) Nein, überhaupt nicht. Ohne Billie Jean King geringschätzen zu wollen – für mich ist sie ein absolutes Vorbild und eine inspirierende Persönlichkeit. Aber der Name ist einfach umständlich.

Wie gut kennt ihr euch im Team untereinander?

Wir kennen uns zum Teil ewig – die alten Hasen schon seit fast 25 Jahren. Da hat man natürlich ein entsprechendes Verhältnis zueinander. Mit den Jüngeren, Jule Niemeier und Nastasja Schunk, hatte ich ein paar Kontaktpunkte auf Turnieren. Gegen Jule habe ich mal gespielt, Nastasja habe ich in Miami getroffen. Aber so richtig gut kenne ich sie noch nicht.

Gibt es etwas, worauf du dich in Kasachstan besonders freust?

Darauf, ein Teil vom Team zu sein: Das Teamfeeling und die Atmosphäre in einer Mannschaft, zusammen zu trainieren und sich auf eine gemeinsame Aufgabe vorzubereiten und dann hoffentlich gut zu performen, wenn es darauf ankommt – das sind Dinge, auf die ich mich freue!

Interview: Franziska Staupendahl

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