RHÖN-KLINIKUM AG: Universitätsklinikum Gießen und Deutsche Leberstiftung zum Weltgesundheitstag am 7. April: …

Gießen (ots) –

Mit dem Weltgesundheitstag stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich am 7. April ein globales Gesundheitsproblem in den Fokus der Öffentlichkeit. Mit dem diesjährigen Motto “Our planet, our health” werden die Auswirkungen des Klimawandels auf die thematisiert. Anlässlich des diesjährigen Aktionstages weisen der Schwerpunkt Gastroenterologie am Uniklinikum Gießen (https://www.ukgm.de/ugm_2/deu/ugi_pne/7720.html) und die Deutsche Leberstiftung (https://www.deutsche-leberstiftung.de/) auf das große Gesundheitsproblem der nicht-alkoholischen Fettleber bei Kindern und Erwachsenen hin. Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen (NAFLD) sind häufig durch mehr Bewegung vermeidbar – was in vielen Fällen auch einen positiven Effekt auf die Umwelt hat. Somit kann Gesundheitsschutz auch bewirken.

“Die Zahl an übergewichtigen und fettleibigen (adipösen) Erwachsenen und Kindern steigt. Übergewicht und Adipositas begünstigen die Entstehung einer nicht-alkoholischen Fettleber (NAFL), die das Risiko für weitere schwere Lebererkrankungen und Leberzellkrebs erhöhen kann”, sagt Prof. Dr. Elke Roeb, Leiterin des Schwerpunktes Gastroenterologie am Universitätsklinikum Gießen und Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Leberstiftung, und ergänzt: “Zwar steigt die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas mit dem Alter an, doch eine aktuelle Studie belegt, dass die Gewichtsprobleme bei den meisten Betroffenen schon im frühen Erwachsenenalter beginnen. Übergewicht, das in der Kindheit entwickelt wurde, wird meistens ein Leben lang beibehalten und häufig vergrößert. Deswegen ist es von großer Bedeutung, dass Gesundheitsförderung und Vorbeugung so früh wie möglich im Leben ansetzen und die Kinder und Jugendlichen in ihren Lebenswelten erreichen. Es ist eine dringende, gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deren Wichtigkeit durch die Coronavirus-Pandemie verdeutlicht wurde. In vielen Staaten weltweit – auch in Deutschland – in denen Gesundheitsprävention vernachlässigt wurde und die Risikofaktoren Übergewicht und Fettleibigkeit stark verbreitet sind, starben und sterben besonders viele Menschen.”

Dass in Deutschland die politischen Rahmenbedingungen für eine gesundheitsförderliche Ernährung größtenteils fehlen, zeigen die Forschungsergebnisse einer Studie des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie. Das größte Potenzial für Reformen sieht das Autorenteam in diesen Maßnahmen: qualitativ hochwertige, gebührenfreie Schul- und Kitaverpflegung, eine gesundheitsförderliche Mehrwertsteuerreform, eine Herstellerabgabe auf zuckerhaltige Softdrinks, eine Regulierung von Kinder-Lebensmittelmarketing und gesundes Essen in öffentlichen Einrichtungen.

Professorin Roeb und ihr Team, die Deutsche Leberstiftung und auch deutsche Fachgesellschaften für Adipositas- und Kindermedizin machen seit vielen Jahren auf die steigende Zahl fettleibiger Kinder aufmerksam. Mit Übergewicht und Adipositas assoziiert ist auch bei Kindern die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung, die mittlerweile die häufigste chronische Lebererkrankung im Kindes- und Jugendalter ist. Die nicht-alkoholische Fettleber macht sich bei Kindern wie auch bei Erwachsenen am Anfang nur in seltenen Fällen bemerkbar, doch auch ohne Krankheitssymptome ist sie ein großes Gesundheitsrisiko. Während sich bei den meisten Lebererkrankungen ein Leberzellkrebs aus der Leberzirrhose entwickelt, muss dies bei der Fettleber nicht der Fall sein. Bei fast 50 Prozent der Fettleber-bedingten Krebsfälle litten die Patienten vorher offensichtlich nicht an einer Leberzirrhose, sondern an einer Fettleberentzündung. Bei Kindern und Erwachsenen mit deutlichem Übergewicht sollte regelmäßig die Lebergesundheit überprüft werden. Sind die Leberwerte im Blut (GPT, GOT und GGT) erhöht, ist dies möglicherweise ein Hinweis auf eine Lebererkrankung.

“Die nicht-alkoholische Fettleber ist ein vermeidbares Gesundheitsproblem und auch eine bereits geschädigte Leber kann in einem frühen Stadium der Verfettung durch einen veränderten Lebensstil positiv beeinflusst werden. Die empfohlene Therapie zielt in erster Linie auf eine Lebensstil-Veränderung mit einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung ab – die zusätzlich noch einen weiteren positiven Effekt hat: Neben der Lebergesundheit profitiert auch das Klima davon, wenn beispielsweise vom Auto auf das Fahrrad umgestiegen oder eine kurze Strecke statt mit dem E-Roller zu Fuß bewältigt oder die Treppe als Alternative zum Aufzug genutzt wird. So bekommt das Motto “Our planet, our health” eine weitere Bedeutung. Bewegung ist gut für die Gesundheit und die Umwelt”, betont Prof. Roeb.

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) mit seinen 86 Kliniken und Instituten an den beiden Standorten Gießen und Marburg ist das drittgrößte Universitätsklinikum Deutschlands. Seit Februar 2006 trägt die RHÖN-KLINIKUM AGzu 95 Prozent die Verantwortung als Betreiber dieses privatisierten Universitätsklinikums. www.ukgm.de

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Quellenangaben

Bildquelle: Prof. Dr. Elke Roeb, Leiterin des Schwerpunktes Gastroenterologie am Universitätsklinikum Gießen und Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Leberstiftung. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/109212 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke unter Beachtung ggf. genannter Nutzungsbedingungen honorarfrei. Veröffentlichung bitte mit Bildrechte-Hinweis.
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