ESPON: Studie: Eingeschränkte Rolle der Metropolen bei der EU-Kohäsionspolitik

Brüssel (ots) –

Trotz ihrer Bedeutung für die Entwicklung des europäischen Territoriums haben die Metropolen Europas bei Definition, Management und Umsetzung der EU-Kohäsionspolitik in der Planungsperiode 2014-2020 nur eine eingeschränkte Rolle gespielt, so das Metro-Projekt des auf regionale Analysen spezialisierten europäischen Kooperationsprogramms .

Die untersuchte neun Testfälle, darunter die Metropolen Turin und Florenz. Sie zeigte auf, dass die mangelhafte Beteiligung der Metropolregionen an Planungsaktivitäten auf eine Reihe von Variablen zurückzuführen ist. Dazu zählen die späte oder nicht vorhandene Institutionalisierung der Metropolregionen in ihrem jeweiligen nationalen Kontext sowie ihr Sonderstatus innerhalb dieses Kontexts, der dazu beiträgt, sie den regulären lokalen Einrichtungen unterzuordnen.

Aufgrund des unterschiedlichen Grades der Institutionalisierung der Metropolregionen werden sie von der EU bei der Zuweisung von Fördermitteln häufig nicht als eigenständige institutionelle Akteure wahrgenommen.

Wie die Forscherinnen und Forscher beobachtet haben, scheint sich an dieser Situation im Hinblick auf die Planungsperiode 2021-27 nur wenig geändert zu haben.

In einigen Fällen ist jedoch eine stärkere Beteiligung der Administration von Metropolen sichtbar, die meist durch weiche Verhandlungsprozesse eine Art Einfluss auf die Agenden regionaler und nationaler Behörden, die für die Planungstätigkeiten zuständig sind, ausüben konnten.

Alle analysierten Metropolregionen haben von der Umsetzung der Kohäsionspolitik dadurch profitiert, dass sie Gegenstand einiger Projekte und Aktionen waren. In einigen Fällen haben sie auch als zwischengeschaltete Stellen eine Rolle beim Management gespielt.

Das wichtigste und interessanteste System, das dies ermöglicht hat, war die Übernahme so genannter integrierter territorialer Investitionen zur Entwicklung und Umsetzung integrierter Entwicklungsstrategien für Metropolen.

Besondere Erwähnung verdient laut den Forscherinnen und Forschern in diesem Zusammenhang Pon Città Metropolitane, das einzige Instrument dieser Art in , das in Italiens Metropolen zur Förderung sozialer Innovation und des Paradigmas der Smart City eingeführt wurde.

Dieses Instrument könnte als Inspiration für die Ausarbeitung operationeller Programme oder “integrierter territorialer Investitionen” für Metropolen in der gesamten EU dienen, um eine integrierte Metropolentwicklung zu unterstützen.

Die Metropolregionen sollten, so das Fazit der Forscherinnen und Forscher, Prioritäten und thematische Aktionen ausfindig machen, auf die Metropolen einen größeren Einfluss haben, und die ihnen zur Verfügung stehenden Instrumente insbesondere nutzen, um eine stärkere Beteiligung am Entscheidungsprozess und der EU-Kohäsionspolitik einzufordern.

All dies würde dazu beitragen, einen Multi-Level-Governance-Rahmen zu strukturieren, der eine effektive Koordination der Planung und politischen Maßnahmen in Europa auf nationaler, regionaler und Metropol-Ebene gewährleistet.

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