ZDF: ZDF-Politbarometer Extra Nordrhein-Westfalen Mai 2022

Mainz (ots) –

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen liegt die CDU knapp vor der SPD. Während die FDP vor Verlusten steht, können die Grünen mit deutlichen Zuwächsen rechnen.

Wenn schon am nächsten Sonntag gewählt würde, ergäben sich die folgenden Projektionswerte für die Parteien: Die CDU käme zurzeit auf 30 Prozent, die SPD auf 28 Prozent, die FDP auf 7 Prozent, die AfD auf 7 Prozent, die Grünen auf 18 Prozent und die Linke auf 3 Prozent. Die anderen Parteien lägen zusammen bei 7 Prozent, darunter keine , die mindestens 3 Prozent erreichen würde. Damit gäbe es eine Mehrheit für eine Koalition aus CDU und Grünen, knapp reichen würde es auch für eine rot-grüne Regierung.

Diese Projektionswerte geben lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang dar. Grundsätzlich sind bei diesen Werten auch die statistischen Fehlerbereiche von Umfragen zu berücksichtigen. Dies gilt insbesondere auch für die Parteien, die an der Fünf-Prozent-Grenze zu scheitern drohen oder knapp darüber liegen. Bis zum Wahlsonntag kann es für die verschiedenen Parteien durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge und auch durch kurzfristige Ereignisse noch zu entscheidenden Veränderungen kommen. Zudem wissen zurzeit 40 Prozent der Befragten noch nicht sicher, ob oder wen sie wählen wollen.

Bei der letzten Landtagswahl 2017 kam die CDU auf 33,0 Prozent, die SPD auf 31,2 Prozent, die FDP auf 12,6 Prozent, die AfD auf 7,4 Prozent, die Grünen auf 6,4 Prozent, die Linke auf 4,9 Prozent und die anderen Parteien zusammen auf 4,5 Prozent.

Zufriedenheit mit Parteien in Landesregierung und Opposition

Sowohl die Parteien in der Regierung als auch in der Opposition erhalten eher bescheidene Bewertungen: Die Arbeit der CDU wird dabei auf der Skala von plus fünf bis minus fünf (“Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit von …?”) mit einem Durchschnittswert von 0,7 bewertet, die des liberalen Koalitionspartners sogar nur mit minus 0,1. Die im Landtag vertretenen Oppositionsparteien SPD (0,8) und Grüne (0,6) erhalten eine verhalten positive Leistungsbeurteilung, die AfD (minus 3,7) hingegen eine extrem negative.

Gewünschter Ministerpräsident

Bei der Frage, wen man lieber als Regierungschef in Nordrhein-Westfalen hätte, liegt Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) mit 39 Prozent vor seinem Herausforderer Thomas Kutschaty von der SPD mit 31 Prozent (weiß nicht/unbekannt: 22 Prozent; weder noch: 8 Prozent). Auf der Skala von plus fünf bis minus fünf (“Was halten Sie von …?”) wird Hendrik Wüst mit einem Durchschnittswert von 1,4 geringfügig besser beurteilt als Thomas Kutschaty mit 1,2.

Bewertung von Koalitionsmodellen

Von den politisch denkbaren Koalitionen erhält nur ein Koalitionsmodell mehr Zustimmung als Ablehnung und zwar ein Bündnis aus SPD und Grünen (gut: 48 Prozent, schlecht: 36 Prozent, egal: 13 Prozent). Alle anderen Regierungsbündnisse fänden jeweils deutlich mehr Befragte “schlecht” als “gut”.

Wichtigste Themen

Das derzeit wichtigste Problem im Land ist das Thema Energiepolitik und Umweltschutz, das von 24 Prozent genannt wird. Danach folgen die Themen Bildung und Schule (18 Prozent), Ukraine/Russland (16 Prozent), Verkehr (16 Prozent), Infrastruktur (13 Prozent) und Inflation/Benzinpreise (12 Prozent). Eine Vielzahl anderer Probleme erhält jeweils weniger als 10 Prozent der Nennungen (bei maximal zwei Antworten).

Kompetenzen

Bei der Energiepolitik wird den Grünen mit 44 Prozent eindeutig die größte Kompetenz zugeschrieben. Danach folgen die CDU mit 19 Prozent und die SPD mit 13 Prozent (andere Parteien jeweils maximal 3 Prozent; keine: 4 Prozent; weiß nicht: 13 Prozent). Beim Thema Wirtschaft liegt die CDU mit 29 Prozent vor der SPD mit 20 Prozent, den Grünen mit 8 Prozent und der FDP mit 6 Prozent (andere Parteien jeweils maximal 2 Prozent; keine: 16 Prozent; weiß nicht: 18 Prozent). Beim Thema Schule/Bildung liegt die SPD mit 28 Prozent vor der CDU mit 17 Prozent, den Grünen mit 13 Prozent und der FDP mit 7 Prozent (andere Parteien jeweils maximal 2 Prozent; keine: 8 Prozent; weiß nicht: 22 Prozent). Bei “Verkehr” hingegen sind keine deutlichen Kompetenzschwerpunkte für einzelne Parteien zu erkennen.

Die zu diesem Politbarometer Extra wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 3. bis zum 5. Mai 2022 unter 1.026 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Nordrhein-Westfalen telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte. Das nächste Politbarometer Extra zu Nordrhein-Westfalen sendet das am Donnerstag, 12. Mai 2022 im “heute journal”.

Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen: https://forschungsgruppe.de.

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Quellenangaben

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