BERLINER MORGENPOST: 9-Euro-Ticket – was bleiben wird

Berlin (ots) –

Kurzform: Aus Berliner Sicht hätte der Bund seine 2,5 Milliarden Euro für die Gießkannen-Subvention sicher sinnvoller einsetzen können. Mit Berlins Anteil an diesen Subventionen hätte man zehn Kilometer neue Straßenbahnen bauen oder in den Außenbezirken mehr Busse fahren lassen können. Das wäre ein besserer Pusch für den ÖPNV als eine dreimonatige Preissenkung. Im Anschluss daran ist – anders als vom Senat zunächst in Aussicht gestellt – nichts mehr vorgesehen, ab September ist alles so wie vorher. Nichts gegen eine Entlastung bei den Mobilitätskosten und Quasi-Gratis-Fahren an die Ostsee. Aber das 9-Euro-Ticket wird in Berlin keine nachhaltigen Effekte erzielen.

Der vollständige Kommentar: Wenn nicht doch noch an diesem Freitag im Bundesrat etwas schiefgeht, können Berlinerinnen und Berliner bereits an diesem Wochenende das 9-Euro-Monatsticket für Juni, Juli und August kaufen. Eine Preissenkung für Busse und Bahnen ist grundsätzlich nicht schlecht. Wünschenswert wäre, dass auch viele eingefleischte Autofahrer dieses Angebot nutzen, um die Vorteile des öffentlichen Nahverkehrs selbst zu erfahren.

Damit die Werbeaktion nicht nach hinten losgeht, ist dringend geboten, auf den absehbar stark nachgefragten Strecken längere Züge rollen zu lassen und sie enger zu takten. Vermutlich werden in den drei Monaten vor allem Verbindungen der S- und Regionalbahnen ins Umland stärker genutzt. Quasi gratis ans Meer oder an Mecklenburger Seen zu reisen, wird sicher den einen oder die andere anlocken, auch wenn eine stundenlange Erlebnisreise im Regionalzug nicht nur schön ist. Ob aber innerhalb Berlins bei schönem Wetter und in den Sommerferien viele Menschen wegen des niedrigeren Preises vom Rad oder aus dem Auto steigen und sich in Busse drängen, ist zu bezweifeln. Zumal die Autofahrer ja gerade vom Bund mit einem Tankrabatt beglückt werden.

Aus Berliner Sicht hätte der Bund seine 2,5 Milliarden Euro für die Gießkannen-Subvention sicher sinnvoller einsetzen können. Mit Berlins Anteil an diesen Subventionen hätte man zehn Kilometer neue Straßenbahnen bauen oder in den Außenbezirken mehr Busse fahren lassen können. Das wäre ein besserer Pusch für den ÖPNV als eine dreimonatige Preissenkung.

Im Anschluss daran ist – anders als vom Senat zunächst in Aussicht gestellt – nichts mehr vorgesehen, ab September ist alles so wie vorher. Nichts gegen eine Entlastung bei den Mobilitätskosten und Quasi-Gratis-Fahren an die Ostsee. Aber das 9-Euro-Ticket wird in Berlin keine nachhaltigen Effekte erzielen.

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