Allgemeine Zeitung Mainz: Kurz gedacht Kommentar von Xenia Schipp zum 9-Euro-Ticket

Mainz (ots) –

Die gute Nachricht lautet: Das 9-Euro-Ticket kommt, Bus- und Bahnfahrten werden endlich attraktiver. Aber leider nur für kurze Zeit. Denn die schlechte Nachricht lautet: Nach drei Monaten ist der preiswerte Spaß schon wieder vorbei. Der Gedanke hinter dem 9-Euro-Ticket ist natürlich kein schlechter. Es ist gut für die Umwelt, Bus und Bahn zu fahren, und der innerdeutsche Tourismus wird nach den schweren Corona-Jahren gefördert. Vor allem Menschen mit geringerem Einkommen können von dem Billig-Fahrschein profitieren und dass auch die bisherigen Zeitkartenbesitzer etwas zurückbekommen, ist ein weiteres Plus. Allerdings stellen sich zwei grundsätzliche Fragen: Was passiert nach den 90 Tagen? Und was bringt den Menschen, in deren Dorf sich nur zwei Busse pro Tag blicken lassen, eine günstige Fahrkarte? Offensichtlich nicht viel. Woran es zu einer richtigen ÖPNV-Offensive fehlt, sind langfristige und nachhaltige Lösungen. Klar bringt das 9-Euro-Ticket kurzfristig eine Entlastung für einige Menschen und wird womöglich sogar den einen oder anderen Autofahrer überzeugen. Der Plan, durch kurzzeitig günstige Tickets die Verkehrswende voranzutreiben, wird allerdings nicht aufgehen. Was der ÖPNV wirklich braucht, sind enge Taktungen, einen strategischen Ausbauplan und langfristige, lebensnahe Lösungen wie das 365-Euro-Ticket. Was der Nahverkehr mit dem 9-Euro-Ticket stattdessen gerade bekommt, ist nicht mehr als vorübergehender, der Not geschuldeter Aktionismus.

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