Kartoffelbrei trifft Gemälde – die Klima-Kleber sind wieder da

Kartoffelbrei trifft Gemälde - die Klima-Kleber sind wieder da

Elf Millionen Euro – so viel ist das Gemälde „Les Meules“ (Heuschober) von Claude Monet wert. Den jungen Leuten, die immer wieder durch Klebeaktionen auf sich aufmerksam machen, bedeutet das Gemälde offenbar nichts. Kartoffelbrei trifft Gemälde – so lautete die sinnfreie Aktion in der Galerie Barberini in Potsdam. Der Oberbürgermeister der Stadt sprach vielen Bürgern aus der Seele, als er das Geschehen „Kulturbarbarei“ nannte.

Eine neue Stufe der Eskalation

Kurz vor 15:00 Uhr betraten zwei Mitglieder der sogenannten „Letzten Generation“ die Galerie und bewarfen dann das Gemälde von Monet mit einer Art Kartoffelbrei. Anschließend klebten sie sich mit Sekundenkleber an der Wand fest. Die ganze Aktion wurde von einem Dritten, ebenfalls bekleidet mit einer roten Warnweste, stolz gefilmt. Die Angeklebten riefen anschließend den Besuchern zu, dass „Menschen frieren, Menschen hungern, Menschen sterben! Wir sind in einer Klimakatastrophe“. Die Besucher ließ die Aktion kalt, denn das Ganze wurde mit einem „Das kann doch nicht wahr sein“ kommentiert.

Schäden noch nicht absehbar

Das Bild von Monet gehört dem SAP-Mitbegründer und Kunstsammler Hasso Plattner, der das Gemälde beim englischen Auktionshaus „Sotheby’s“ ersteigert hat. In der Potsdamer Galerie wollte er das bislang teuerste Gemälde von Monet der Öffentlichkeit zugänglich machen. Zwar wurde das Werk des bekannten französischen Impressionisten durch eine Glasscheibe geschützt, wie schwer aber die Beschädigungen sind, lässt sich noch nicht einschätzen. Eine Sprecherin der Galerie sagte, dass es eine genaue Prüfung geben wird.

Anklage wegen Sachbeschädigung

Die Polizei, die sofort nach der Attacke verständigt wurde, nahm die selbst ernannten Klimaretter fest. Jetzt wird die Staatsanwaltschaft in Potsdam ein Verfahren wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung einleiten. Diese Aktion ist bereits der vierte Angriff auf Kunstwerke. Zuvor waren die „Sonnenblumen“ von Vincent van Gogh in London mit Tomatensuppe beworfen worden. Im August traf es die „Sixtinische Madonna“ im staatlichen Kunstmuseum in Dresden, zudem wurde ein Werk von Lucas Cranach in einer Gemäldegalerie in Berlin attackiert.

Bild: @ depositphotos.com / darrenw

Nadine Jäger
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