Forest Stewardship Council (FSC): Wenn wir jetzt nicht handeln, geht uns immer mehr Wald verloren

Freiburg (ots) –

Nach Hitze-Sommer: FSC Deutschland warnt vor erheblichen Langzeitfolgen und fordert ein aktives Umsteuern in der Waldwirtschaft

Wochenlange Trockenheit, Rekordhitze und Waldbrände: Extremwetterereignisse infolge des Klimawandels treffen die Wälder in Deutschland hart. FSC Deutschland ist besorgt aufgrund der großen Waldflächen, die in Deutschland durch Dürre verloren gehen. Gegen den Trockenstress kann der Waldumbau nach FSC-Kriterien helfen.

Nach einem Sommer wochenlanger Trockenheit zieht der Geschäftsführer von FSC Deutschland, Dr. Uwe Sayer, eine deutliche Negativbilanz: “Wir sind besorgt um den zunehmend schlechten Zustand unserer Wälder. Um langfristig Wälder zu erhalten, müssen wir jetzt handeln. Nur wenn wir umgehend anfangen, Wälder zu stabilisieren und uns konsequent um mehr Gesundheit von Wäldern bemühen, können wir einen Beitrag dazu leisten, in 30 Jahren keine Steppenlandschaft an vielen Standorten vorzufinden.” Das Dilemma sei, dass sich immer noch nicht alle Forstbetriebe dieser Herausforderung stellten, die Stabilität von Wäldern müsse vor der Produktion von Holz stehen. Denn, so Sayer: “der Zeitpunkt für einen Waldumbau ist jetzt und nicht verschiebbar.”

FSC-Standard adressiert Schutz vor Trockenheit

Für Wälder sind Extremwetterlagen wie der diesjährige trockene Sommer existenzbedrohend. Gerade tiefere Bodenschichten erholen sich nur schlecht davon. Bäume brauchen kontinuierliche Wasserzufuhr und regelmäßig aufgefüllte Grundwasserstände, um langfristig stabil und gesund zu bleiben. Sind die tieferen Bodenschichten erst einmal trocken, helfen gelegentliche Niederschläge nicht aus. Das Wasser durchfeuchtet dann nur die oberen Schichten, die Dürre in der Tiefe bleibt bestehen. Die Lösung lautet für Uwe Sayer nachhaltige Waldbewirtschaftung. “Natürlich können Waldbewirtschaftende es nicht mehr regnen lassen. Umso mehr müssen sie aber alles Mögliche tun, um das Bodensystem zu schützen. Dazu gehört beispielsweise eine entsprechende Baumartenwahl, eine Reduktion der Befahrung von Böden oder auch die Aufrechterhaltung eines Waldinnenklimas durch strukturierte Waldbestände, wodurch Böden vor Verdunstung geschützt sind. Försterinnen und Förster müssen genau hinschauen, was gut für einen stabilen Wald ist.” Viele dieser Fragen werden durch den FSC-Standard adressiert. Durch gezielte Maßnahmen kann die Wasserhaltefähigkeit von Böden verbessert und die Feuchtigkeit im Wald erhalten werden.

Werbung und klare Gesetzgebung für Waldstabilisierung

Deshalb, so der FSC-Geschäftsführer, sei es ein wichtiges Gebot der Stunde für alle Waldbesitzende, weiter für die Stabilisierung von Wäldern zu sorgen. Gleichzeitig brauche es aber auch strengere und klarere gesetzliche Regelungen, die dazu führen, Wald zu stabilisieren und fitter für den Klimawandel zu machen.

Weitere Informationen:

– Begleitender FSC-Artikel zur Pressemitteilung: Nachhaltige Waldwirtschaft – mit FSC-Standard gegen Trockenheit im Wald (https://www.fsc-deutschland.de/wirkungen/publikationen/fsc-standard-adressiert-schutz-vor-trockenheit/)

– FSC-Themenpapier Klimastabile Wälder (https://www.fsc-deutschland.de/wald/fsc-themenpapiere/)

Über FSC

FSC ist die verlässlichste Organisation für die Absicherung wichtiger - und Sozialstandards im Wald. Mit weltweit gültigen Standards, der beispiellosen Einbindung aller relevanten Interessengruppen und der Unterstützung durch namhafte Unternehmen sowie anerkannte unabhängige Umwelt- und Sozialorganisationen, gilt FSC als die glaubwürdigste Lösung für nachhaltige Waldwirtschaft. Die Zertifikatsvergabe erfolgt nach einer erfolgreichen Prüfung durch unabhängige Dritte, die min. jährlich wiederholt wird. Weltweit sind 225 Millionen Hektar Wald FSC-zertifiziert. Über 52.000 Unternehmen verfügen weltweit über eine FSC-Zertifizierung für den Handel und die Verarbeitung zertifizierter Materialien.

Über FSC Deutschland

In Deutschland sind rund 1,44 Million Hektar Wald FSC-zertifiziert und fast 4.000 Unternehmen verfügen über eine Zertifizierung ihrer Produktkette nach den FSC Standards (Stand: Januar 2022). In deutschen Wäldern steht der FSC u.a. für eine Waldwirtschaft, die den Wald nicht übernutzt, die biologische Vielfalt fördert und die gegenüber interessierten Bürgern*innen sowie Organisationen transparent handelt. Kahlschläge bei der regulären Holzernte sind untersagt und Pestizide dürfen nur eingesetzt werden, wenn dies gesetzlich gefordert wird. FSC setzt sich für die Mehrung natürlicher Mischwälder, die Schonung des Waldbodens, für den Schutz seltener Arten und Ökosysteme ein. Damit sind FSC-zertifizierte Wälder stabiler in einem sich wandelnden Klima und können als Ökosystem mehr CO2 langfristig binden. Für die Menschen im Wald sichert FSC faire Entlohnung und mehr Bürgerbeteiligung im Wald.

Kontakt:

Newsroom: Forest Stewardship Council (FSC)
Pressekontakt: Lars Hoffmann
Tel.: 0761 – 386 53 68
E-Mail:
lars.hoffmann@fsc-deutschland.de

Quellenangaben

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