Legalisierung von Cannabis soll den Jugendschutz erhöhen

Ob Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geahnt hat, wie viel Kritik er einstecken muss, wenn er Cannabis freigibt? Der Minister verteidigt sich mit dem Argument, dass er den der Jugend erhöhen will. Die Legalisierung von Cannabis ist, so Lauterbach, der „Königsweg, den Schwarzmarkt auszutrocknen“. Ihm geht es darum, die Gefährdung durch Cannabis für die zu reduzieren.

Zu viele kiffen

Der Blick auf die aktuelle rechtliche Lage hat dem Minister gezeigt, dass es mit dem Schutz von Minderjährigen zwischen 18 und 25 Jahren nicht so klappt, wie gewünscht. 25 Prozent dieser Altersgruppe haben im vergangenen Jahr aktiv gekifft. Im Moment wird der überhaupt nicht reguliert. Dies bedeutet, es sind Dosierungen im Umlauf, die sehr schädlich sind, so Lauterbach weiter. Zum Teil gibt es Beimengungen, um junge Menschen ganz gezielt abhängig machen. Wird die Abgabe aber kontrolliert, dann kann es auch gelingen, dass die Jugend besser geschützt wird.

Wie sieht die neue Rechtslage aus?

Am Mittwoch hat das Bundeskabinett die Eckpunkte des Gesundheitsministers für eine Legalisierung beschlossen. Sowohl Cannabis als auch der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol oder THC, sollen in Zukunft aus rechtlicher Sicht nicht mehr zu den Betäubungsmitteln gezählt werden. Der Erwerb sowie der Besitz von bis zu 30 Gramm des sogenannten „Genusscannabis“ bleibt damit straffrei. Erlaubt ist zudem der private Anbau von maximal drei für den Eigenbedarf. Der Verkauf an Erwachsene darf nur durch lizenzierte Fachgeschäfte und möglicherweise auch in Apotheken erlaubt sein.

Brüssel muss noch zustimmen

Karl Lauterbach will das Gesetz auf den Weg bringen, wenn seine Pläne der europäischen wie der völkerrechtlichen Prüfung in Brüssel standhalten. Kritiker gibt es aber jetzt schon, denn und die Unionsparteien sind strikt gegen die Pläne des Gesundheitsministers. Auf die Frage, ob Lauterbach schon einmal selbst gekifft habe, musste der Minister gestehen, dass er einmal „zur Probe“ Cannabis konsumiert hat. Unter Ärzten sei das aber nicht unüblich, so Karl Lauterbach.

Bild: @ depositphotos.com / Cavan

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Nadine Jäger
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