ESET Deutschland GmbH: ESET Studie: Eltern trauen Kindern deutlich höhere Medienkompetenz als Lehrenden zu

Jena (ots) –

Schwimmen mit Wassernudel oder Fahrradfahren mit Stützrädern: Wenn die Jüngsten Neues lernen, gehen Eltern lieber auf Nummer sicher. Doch beim Thema haben sie offenbar vollstes Vertrauen in ihren Nachwuchs. Sowohl die unter Vierjährigen als auch die Vier- bis Siebenjährigen schneiden beim Thema Internet- und Medienkompetenz in der aktuellen ESET besser ab als Lehrende und Erziehende. Dies ist womöglich auch ein Grund, warum fast die Hälfte der Befragten auf Kinderschutzprogramme verzichten: Sogar jeder zweite der unter Vierjährigen geht ohne Schutz ins Netz. Interessant ist auch, dass das meiste Taschengeld in Süßigkeiten anstatt in digitale Unterhaltung fließt. Das sind unter anderem die Ergebnisse des zweiten Teils einer aktuellen repräsentativen YouGov-Studie im Auftrag des IT-Sicherheitsherstellers ESET, für die mehr als 1.000 Eltern mit Kindern bis zu 18 Jahren befragt wurden.

Hälfte der Schützlinge surft ohne kindgerechte Filter

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Ganz anders als beim Fahrradfahren oder Schwimmen lernen lassen Eltern beim Thema Internetsicherheit die Finger von (technischen) Hilfsmitteln. Fast die Hälfte der Befragten verzichten auf ein Kinderschutzprogramm, am häufigsten Mütter und Väter in Hamburg, Sachsen-Anhalt (jeweils 59%) und Mecklenburg-Vorpommern (57%). Besonders bedenklich ist allerdings, dass auch fast jedes zweite Kind unter vier Jahren und ein Drittel der Vier- bis Elfjährigen ohne Schutz in der digitalen Welt unterwegs sind. Wenig überraschend hingegen: Je älter die sind, desto häufiger wird von altersgerechten Filtern Abstand genommen.

“Die Ergebnisse der gesamten ESET-Studie zeigen, der Nachwuchs ist jung und vernetzt. Fast jedes Kind kann auf ein digitales Gerät und das Internet zugreifen, was die Corona-Pandemie noch verstärkt hat”, sagt Ildikó Bruhns, Projektleiterin Safer Kids Online. “Neben Schulen und Kindergärten sind auch die Eltern gefragt, ihre Kinder auf die digitale Welt vorzubereiten. Je fitter die Erwachsenen selbst in puncto Medienkompetenz und technisches Know-how sind, desto mehr können sie ihren Nachwuchs bei der kindgerechten Mediennutzung unterstützen.”

Medienkompetenz: Mehr Vertrauen in die Kinder als Lehrenden

Dass lediglich 45 Prozent der Eltern eine Kindersicherung fürs Internet einsetzen, liegt womöglich daran, dass sie ihrem Nachwuchs in puncto Medienkompetenz weitaus mehr zutrauen als Lehrenden. Dazu gehört nicht nur, mit digitalen Geräten umgehen zu können, sondern sie auch sinn- und verantwortungsvoll zu nutzen. Je älter die Kinder, je höher ist das Vertrauen in ihre Fähigkeiten. Doch insgesamt 60 Prozent der Befragten attestieren selbst den unter Vierjährigen und Vier- bis Siebenjährigen ein ausgezeichnetes bis gutes Wissen rund um Internet und . Bei den Acht- bis Elfjährigen sind es sogar 75 Prozent. Nur jeder Fünfte der Befragten vergeben durchschnittliche bis schlechte Kenntnisse, am häufigsten bei den Vier- bis Siebenjährigen (32%).

Lehrende und Erziehende schneiden bei Eltern in Sachen Medien- und Internetkompetenz im Vergleich weitaus schlechter ab: Nur die Hälfte erhält die Prädikate ausgezeichnet bis gut. Die Baden-Württemberger (71%) haben hier das größte Vertrauen in die Medienbildung. Mehr als ein Drittel der Eltern attestieren den Lehrkräften noch Nachholbedarf, vor allem bei den Teenagern. Die kritischsten Stimmen kommen hier aus Sachsen-Anhalt (40%).

Noch mehr Vertrauen als in die Fähigkeiten der Lehrkräfte und ihrer Kinder haben Eltern in ihre eigenen: 83 Prozent der Befragten bewerten ihre eigene Medien- und Internetkompetenz von ausgezeichnet bis gut. Insbesondere die Berliner (92%) und Thüringer (88%) ziehen für sich die beste Bilanz. Nur jeder Siebte sieht bei diesem Thema Nachholbedarf. Auffällig ist der Unterschied zwischen den Elternteilen: Fast 20 Prozent der Väter schätzen ihren Kenntnisstand als ausgezeichnet ein, bei den Müttern sind es nur acht. Auch beim Prädikat sehr gut haben die Männer die Nase vorn: So bewerten sich ein Drittel der Befragten, aber nur ein Viertel der Frauen. Letztere stufen ihre Medienkompetenz am häufigsten als gut (44%) oder mittelmäßig (17%) ein.

Lieber Süßigkeiten als digitale Unterhaltung

Wer glaubt, der Nachwuchs steckt sein ganzes Taschengeld in digitale Medien, hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Süßigkeiten liegen hier mit einem Viertel eindeutig vorne. Vor allem bei den Acht- bis Elfjährigen (38%) und die 12- bis 14-Jährigen (37%) steht Schokolade & Co. hoch im Kurs. Etwa ein Fünftel investieren das Taschengeld in Spielzeug, in Schmuck, Kleidung und Kosmetik oder holen sich Essen für unterwegs. Bei jedem Sechsten fließt das Bare in Comics, Bücher oder Zeitschriften.

Nur jeder Zehnte gibt das Ersparte für In-App-Käufe, zum Beispiel bei Gaming Apps aus, mit 14 Prozent am häufigsten die 12- bis 17-Jährigen. Vor allem im Osten des Landes erwirbt etwa jedes sechste Kind zusätzliche Dienste oder Inhalte in Apps. Und auch nur jeder Siebte kauft sich vom Taschengeld Wertkarten, wie etwa für Google Play.

Die gesamte ESET Studie “Kinder im Netz” und weitere Informationen finden Sie unter: https://ots.de/4gqMEG

Über die Umfrage

Die verwendeten Daten beruhen auf einer repräsentativen Online-Umfrage, die YouGov im Auftrag der ESET Deutschland durchgeführt hat. Deutschlandweit haben hierfür im August/September 2022 1030 Eltern teilgenommen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für Familien mit Kindern unter 18 Jahren.

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Quellenangaben

Bildquelle: Wie bewerten Eltern die Internet- und Medienkompetenz von Lehrern und Erziehern? / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/71571 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.
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