Eine Liebesbeziehung in der Krise: 3sat zeigt Schweizer …

Mainz (ots) –

Mittwoch, 7. Dezember 2022, 20.15 Uhr

Erstausstrahlung

Schokolade, Berge, Banken: Das waren Reaktionen, die der langjährige Schweizer -Korrespondent und Filmemacher Christof Franzen zum Thema erhielt. Schweizer Banken lösen in Russland Emotionen aus. Es gibt einerseits den Traum, selbst über ein Schweizer Bankkonto zu verfügen, weil es für Prestige, Stabilität und Sicherheit steht. Aber es gibt auch Unmut darüber, dass in der Schweiz Gelder liegen, die korrupte Beamte und Geschäftsleute illegal aus Russland geschafft haben. zeigt die Erstausstrahlung “Russengeld und die Schweiz – Eine Liebesbeziehung in der Krise” am Mittwoch, 7. Dezember 2022, um 20.15 Uhr in Erstausstrahlung. Ein Film um erfundene Lebensläufe, verschwiegene Anwälte und Banker. Und ein Film um Recht – juristisch und moralisch.

In Russland ist das Vermögen noch ungerechter verteilt als anderswo. Und die Schweiz ist ein Land, das Sicherheit bietet: ein demokratischer Rechtsstaat mit stabiler Währung, weder EU- noch NATO-Mitglied und mit einem Vermögensverwaltungssektor auf höchstem Niveau. Das wirkt anziehend: für Geschäftsleute und Privatpersonen, die legitime Vermögen und Gewinne sicher anlegen möchten. Aber eben auch für Korrupte und Verbrecher, die dort Gelder investieren und ins Reine bringen wollen. Filmemacher Christof Franzen war in Russland und in der Schweiz unterwegs: Was sind das für russische Gelder, die in die Schweiz kommen, und wer sind ihre Besitzer? Wann sind Gelder schmutzig, wann sauber? Und wie werden sie “gewaschen”? Und was ändert sich für die russischen Klientinnen und Klienten seit dem Krieg in der Ukraine? Russland zählt zu den korruptesten Ländern Europas. Die Schweizer Strafverfolgungsbehörden müssen aber mit russischen Behörden zusammenarbeiten, wenn sie die illegale Herkunft von Geldern beweisen wollen. Zudem gibt es laut Kritikern nach wie vor einen Industriezweig, der damit beschäftigt ist, die Herkunft der Gelder zu verschleiern. “Wir sind den Behörden immer zwei, drei Schritte voraus”, sagt ein Banken-Insider. Und ein Fachjournalist resümiert: “Die Schweiz hatte vor Russland kapituliert.” Bei manch heiklen Geldern aus Russland hätten alle weggeschaut. Die Schweiz steht seit vielen Jahren in der Kritik, dass sie nur so viel gegen verdächtige Kapitalströme tue, um nicht auf irgendwelche schwarzen Listen zu geraten. “Es gibt wenig politischen Willen, mehr zu tun, als dass man international muss”, klagt eine Parlamentarierin. Und ein Banken-Insider meint: “Es ist nach wie vor viel möglich in der Schweiz”.

Im Anschluss um 21.05 Uhr folgt die Dokumentation “Warum ist die Schweiz so reich?”.

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