Politischer Sprengsatz

Frankfurt (ots) –

Unempfänglich für Warnungen, nicht am religiösen Status quo der heiligen Stätten in Jerusalem zu rütteln, kreuzte Israels bekanntester Rechtsextremist unter Polizeischutz in Herrgottsfrühe vor der Al-Aksa-Moschee auf dem einstigen Tempelberg auf. Ben Gvir, Chef der Partei Jüdische Macht, hat damit einen politischen Sprengsatz gelegt, der nicht nur palästinensische Islamisten aufbringt, sondern das Potenzial hat, Moslems in aller Welt in Aufruhr zu versetzen. Selbst wenn die befürchtete Gewaltexplosion diesmal ausbleiben sollte, ist die Lage explosiv. Die Brandstifter im Kabinett Netanjahu sind dabei, unbekümmert von internationalen Protesten auch Israels Friedensabkommen mit arabischen Staaten zu verspielen. Mag der Premier auch beteuern, der Status bleibe erhalten. Bislang spricht nichts dafür, dass die Ultranationalisten auf sein Machtwort viel geben. Ben Gvirs selbstherrlicher Auftritt auf dem Tempelberg hat einmal mehr gezeigt, wer die Agenda in dieser Siedler-Regierung bestimmt.

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