Exotische Früchte: Das sollten Verbraucher wissen

München (ots) –

Nicht nur in den Wintermonaten, auch ganzjährig ist das Angebot an exotischen Früchten aus tropischen Regionen inzwischen groß. Unter den vielen Arten exotischer Früchte gibt es einige, die in Deutschland noch wenig bekannt sind. TÜV SÜD erklärt, was man bei Einkauf und Lagerung wissen sollte.

Exotische Früchte sind in ganz Europa sehr beliebt. Ananas, Kiwi, Mango, Papaya oder Litschis sind beispielsweise ganzjährig im Handel verfügbar. Dabei sind Herkunft, Reife und Einsatz exotischer Früchte durchaus unterschiedlich. Für alle Exoten gilt: Wegen ihres langen Transportwegs sind sie empfindlich und wenig haltbar. Ökobilanz und Anbaubedingungen (Monokulturen und Einsatz von Pestiziden) sind zudem oft problematisch.

Reife und Lagerung

Reife ist nicht gleich Farbe: Aus geschmacklicher Sicht wird eine Frucht im Idealfall vollreif geerntet. Das ist angesichts langer Transportzeiten oft nicht möglich. Mit der Farbe der Frucht hat dies allerdings aber nicht immer etwas zu tun. Es gibt Früchte, die auch bei voller Reife grün sind, ihr Fruchtfleisch hat trotzdem volles Aroma (z.B. Mangos, grüne Tomatensorten). Exotische Früchte vertragen Temperaturen unter 12 Grad Celsius oft nicht. Sie werden leicht matschig, fleckig und im Geruch unangenehm.

Nach der Ernte kommt es bei sogenannten klimakterischen Früchten wie Avocados, Bananen, Feigen oder Mangos zu einem stark erhöhten Fruchtstoffwechsel. Dieser beschleunigt die Reifung der Frucht. Dabei wird Ethylen abgegeben, ein natürliches Pflanzengas, das sortenübergreifend auch andere Früchte reifen lässt. Auch heimisches Obst wie Tomaten, Äpfel und Birnen zählt zu den klimakterischen Früchten. Geradezu klassisch im eigenen Haushalt ist die raschere Reifung von Obst, das in der Nähe von Bananen oder Äpfeln liegt. Zu den nicht-klimakterischen Früchten gehören Ananas, Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, Litschi, Trauben und Zitrusfrüchte. Eine exotische Zitrusfrucht wie die Yuzu aus Ostasien sollte man daher vollständig reif kaufen und im Haushalt schnell verarbeiten.

Nachhaltigkeit

Tropische Früchte werden meist unreif geerntet, sobald sie Pflückreife erreicht haben. Sie müssen auf dem Transportweg oder im Absatzland unter speziellen Bedingungen nachreifen. Schon im Anbauland werden manche mit Konservierungsstoffen oder Wachsen behandelt. Dies muss an der Ware gekennzeichnet werden. Ware, die wegen ihrer kurzen Haltbarkeit per Flugzeug nach Europa kommt, verursacht hohe Treibhausgasemissionen. Der Schiffstransport, mit dem der Großteil der exotischen Ware geliefert wird, schneidet unter Umweltaspekten besser ab, aber immer noch ungünstiger als der kurze Transportweg bei heimischer Ware. Wer weder auf exotische Früchte noch eine verantwortungsvolle Wertschöpfungskette verzichten möchte, sollte deshalb bewusst konsumieren und auf bekannte Nachhaltigkeitssiegel, wie etwa das Bio-Logo achten.

Exotische Früchte im Überblick

Name Wissenswertes Verwendung

Cherimoya Ursprung in Südamerika, Verzehr roh, Fruchtfleisch

Anbau heute weltweit in ist Basis für Getränke oder Eis

subtropischem Klima

Drachenfrucht Heutige Hauptanbauländer: Verzehr roh, Aroma geht während

Nicaragua, China, Israel, der Erhitzung verloren

Vietnam

Durianfrucht Hauptanbauländer: Thailand, Verzehr extrem frisch,

Malaysia, hier auch als wegen ihrer Größe auch als

„König der Früchte“ einzelne, mitunter tiefgefrorene

bezeichnet, regionale Segmente

Durianfeste (wie Weinfeste)

sind berühmt

Guave Herkunft: tropische und Verzehr roh, auch mit Zucker

subtropische Regionen, und Zimt, Herstellung von

wächst in Wälder bis in Marmelade und Desserts,

1500 Meter Höhe, Multivitaminsäfte

Vitamin C-Gehalt deutlich

höher als in Orangen

Jackfrucht Einzelbäume gedeihen im Gemüsegerichte in Asien,

feuchten Tropenklima gut, salzige Chips, Süßspeisen,

enorm große Früchte, Zutat in veganem Fleischersatz

deshalb stückweiser Verkauf

Nashi-Birne „Nashi“ – das japanische Wort Verzehr pur; Zubereitung von

für Birne, ursprünglich aus Marmelade, Süßspeisen, Kuchen,

China, Verbreitung heute in Begleitung zu Käse und Schinken,

ganz Ostasien, ähnlich Wildgerichten, pikante Salate

genutzt wie Kulturbirne

Mangostane Heimisch auf der Malaiischen Püree, das mit der Fruchtschale

Halbinsel, heute in fast zu Marmelade verarbeitet wird

allen tropischen Ländern

verbreitet, Bäume werden

über 100 Jahre alt und bis

25 Meter hoch

Yuzu Anbau im Yangtze-Tal Öle und Schale in der Feinkostküche,

in China, Kreuzung aus zwei als Paste oder Fruchtpülpe

Zitrusfrüchten in Soßen, Wokgerichten und Tee

Zimtapfel Einer der beliebtesten Verzehr roh oder auch tiefgefroren,

tropischen Obstbäume; gedeiht Fruchtfleisch auch als Basis

bis zu 2000 Meter Höhe und für Getränke oder Eis

bis zu Temperaturen von

41 Grad Celsius

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