“Blue Monday” am 16. Januar 2023

Berlin (ots) –

Adventszeit, Weihnachtsfest, Silvesterparty, Neujahrseuphorie – die ersten Wochen der dunklen Jahreszeit sind für viele Menschen geprägt von Vorbereitungen, Vorfreude, Aktivitäten und Zusammensein mit lieben Menschen. Allerdings fallen viele Menschen im Januar in ein Loch. Draußen ist es dunkel und kalt, die ersten guten Vorsätze sind schon gescheitert, Rechnungen flattern ins Haus, Sorgen und Ängste, die man in der geselligen Zeit verdrängt hat, sind zurück. Kein Wunder, dass der “Blue Monday”, der angeblich traurigste Tag des Jahres, in diese Zeit fällt – in diesem Jahr auf den 16. Januar.

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Jähne, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Oberberg Fachklinik Rhein-Jura und der Oberberg Tagesklinik Lörrach, erklärt: “Wissenschaftlich lässt sich nicht bestätigen, dass der ‘Blue Monday’ der deprimierendste Tag des Jahres ist. Bei der Entstehung einer Depression spielt das Zusammentreffen vieler interner und externer Faktoren eine Rolle, dies lässt sich nicht an einem bestimmten Tag festmachen”, so der Experte. “Allerdings gibt es die saisonal abhängige Depression, die in der dunklen Jahreszeit auftritt.”

In den Wintermonaten haben viele Menschen - oder lichtabhängige Stimmungsschwankungen, dann spricht man meist von einem “Winterblues”. Dieser ist zunächst nicht unbedingt behandlungsbedürftig, denn oft ist Lichtmangel schuld am Stimmungstief. Dieser sorgt dafür, dass vermehrt das Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet wird, was sich durch Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit bemerkbar machen kann. “Menschen mit Winterblues neigen dazu, sich zuhause einzuigeln. Das macht es allerdings schwer, aus dem Stimmungstief herauszukommen”, erklärt Dr. Jähne. “Empfehlenswert ist die Pflege sozialer Kontakte durch persönliche Treffen oder gemeinsame Unternehmungen. Ein geregelter Schlaf und viel Sport im Freien, auch wenn es im Winter schwerfällt, wirken sich ebenfalls positiv auf die Stimmung aus.” Kommt man aus dem Stimmungstief aber nicht raus, die niedergeschlagene Stimmung hält mehr als zwei Wochen an und treten zudem anhaltende Lust- und Interesselosigkeit sowie Schlaf- und Appetitstörungen auf, hat der Betroffene möglicherweise mehr als einen Winterblues. Ist eine Depression für die Symptome verantwortlich, reichen Licht und Sport nicht aus, dann ist professionelle Hilfe nötig.

Während bei der umstrittenen Berechnung des traurigsten Tages des Jahres Faktoren wie das Wetter berücksichtigt werden, denen man ausgeliefert ist, gibt es andere Faktoren in der Formel, die man aktiv beeinflussen kann. “Neujahrsvorsätze sollten konkret formuliert und realistisch gesetzt werden. Ein Vorhaben wie ‘mehr Sport machen’ ist schwierig zu bewerten. Besser sind ganz genaue Zielsetzungen wie ‘jeden Montag und jeden Donnerstag gehe ich joggen’. Die Ziele müssen auch erreichbar sein. Jemand, der sonst nie Sport macht, sollte sich vielleicht kein tägliches Workout als Ziel setzen”, rät Dr. Jähne. Gelingen gute Vorsätze, steigern sie das Gefühl der eigenen Selbstwirksamkeit. Man erfährt ganz konkret, dass man sein Leben selbst in der Hand hat und es aktiv gestalten kann. Dieser Glaube an sich selbst wiederum stärkt die eigene Resilienz, schwierige Situationen können besser gemeistert werden – auch ein Blue Monday kann einem dann nicht viel anhaben.

Mehr zum Blue Monday: https://www.oberbergkliniken.de/artikel/blue-monday-was-ist-das

Mehr zum Thema Winterblues und Winterdepression: https://www.oberbergkliniken.de/artikel/winterblues-oder-winterdepression

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