Berliner Morgenpost: Noch mehr Unruhe an den Schulen

Berlin (ots) –

Welche Folgen das Urteil des Verwaltungsgerichts zur Ausbildung von Quereinsteigern für den Schuldienst hat, lässt sich noch nicht absehen. Die Bildungsverwaltung will den Ball möglichst flach halten, die Opposition wittert die nächste Schlappe für den Senat. Das Gericht hat festgestellt, dass für die Ausbildung von Lehrern als Quereinsteiger die rechtliche Grundlage fehlt. Die ist aber Voraussetzung dafür, in den Staatsdienst einzutreten. Was nun? Die Bildungsverwaltung will an ihrer bisherigen Praxis festhalten und schnellstmöglich die rechtliche Grundlage dafür nachliefern. Das mag möglich sein. Aber wie es nun an den Schulen weitergeht, ist offen. Denn ohne rechtliche Grundlage ist nicht geklärt, was die Lehrerinnen und Lehrer, die ohne reguläres Lehramtsstudium eingestellt wurden, noch dürfen. Was ist zum Beispiel, wenn Eltern ihre Kinder ungerecht behandelt fühlen und gegen die Notenvergabe von Quereinsteigern vorgehen? Haben sie weiter Gültigkeit, obwohl die Lehrkraft nicht über eine rechtssichere Lehrbefähigung verfügt? Auch Haftungsfragen stellen sich als Folge. Sind Quereinsteiger geeignete Aufsichtspersonen?

Juristen fallen sicherlich noch weitere Spitzfindigkeiten ein, die sich aus diesem Urteil ergeben. Das mag im Einzelfall übertrieben oder sogar kleinkariert sein. Ohnehin ist die Situation für Quereinsteiger an vielen Schulen nicht einfach. Sie werden argwöhnisch von regulären Lehrkräften beäugt, die ihr Studium und ihren Status entwertet sehen, wenn auch andere Ausbildungen den Weg in den Beruf ebnen.

Mit Sicherheit führt das Urteil aber zu weiterer Unruhe im Bildungswesen. Und das ist zu bedauern.

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