Terrakotta-Ziegel mit Solarzellen – Sonnenenergie für alte Häuser

Sonnenenergie für alte Häuser

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Herkömmliche Solarpanels sind für Häuser, die unter Denkmalschutz stehen, kein Thema. In Italien wollte man aber nicht auf die nachhaltige verzichten, beispielsweise bei den Hausdächern im antiken Pompeji. Eine Lösung musste her und die heißt Terrakotta-Ziegel mit Solarzellen. Im Park der antiken Stadt wurden die speziellen Ziegel mit den unsichtbaren Kollektoren bereits verbaut.

Die Dächer der Antike

Seit der Antike prägen die mit Ziegeln aus Terrakotta gedeckten Dächer die Häuser rund um das Mittelmeer. Die Vorstellung, dass die historischen Dächer durch normale schwarze Solarpanels verunziert werden, war den Denkmalschützern unerträglich. Ärgerlich ist dabei, dass sich diese Dächer besonders gut für Solarpanels eignen, denn rund um das Mittelmeer gibt es sehr viele Sonnenstunden. Außerdem haben die Dächer nur eine geringe Neigung, sodass jeden Tag viel Sonnenschein eingefangen werden kann. Ein Familienunternehmen aus Italien fand die perfekte Lösung.

Moderne Ziegel auf alten Dächern

Die Ziegel, die alt aussehen und doch hochmodern sind, werden in Handarbeit gefertigt. Oberhalb der eigentlichen Solarzellen wird eine sogenannte Polymermasse aufgetragen, die zwar gefärbt ist, aber die Bestandteile des Lichts durchlässt, welche die Solarzellen benötigen. Ganz nach den Wünschen der Kunden können die Ziegel das Aussehen von Holz, Stein oder Beton haben. In Pompeji wurden Terrakotta-Ziegel verwendet, die den ursprünglich auf den alten Dächern verbauten Ziegeln zum Verwechseln ähneln. Da die Dächer voll begehbar sind, ist eine Doppelkonstruktion nicht notwendig. Diese Lösung gibt es nicht nur für Dächer, sondern auch für Wände und Böden.

Weniger Energie verbrauchen

Pompeji, das im Jahr 79 nach Christus nach einem Ausbruch des Vulkans Vesuv zerstört wurde, konnte an einigen Stellen vollständig erhalten ausgegraben werden. Heute sind die Teile der antiken Stadt ein Publikumsmagnet und gehören zu den am meisten besuchten Baudenkmälern in Italien. Da schon das Beleuchtungssystem sehr viel verbraucht, fiel die Entscheidung für Solarpanels in Form von Terrakotta-Ziegeln leicht. Auf diese Weise, so der Direktor des Archäologischen Parks von Pompeji, Gabriel Zuchtriegel, können Millionen von Euro an Energiekosten gespart werden.

Bild: @ depositphotos.com / ncousla

Terrakotta-Ziegel mit Solarzellen – Sonnenenergie für alte Häuser

Ulrike Dietz