Studie: Gesetz zur gerechteren Aufteilung der Maklerkosten zeigt Wirkung

Köln () – Seit rund vier Monaten müssen Immobilienkäufer für einen Makler, den sie nicht beauftragt haben, höchstens die halbe Provision zahlen – laut einer am Montag veröffentlichten Studie zeigt dieses Gesetz bereits Wirkung. Die Provision für den Makler sank von bundesweit fünf Prozent im Jahr 2020 auf im Schnitt 3,5 Prozent, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln berechnete. Besonders groß ist die Entlastung demnach in Berlin und Brandenburg.

Bislang mussten Käufer einer Immobilie die Nebenkosten für Notar, Grundbuch, Grunderwerbsteuer und den Makler aus eigener Tasche zahlen. Bei einem Verkaufspreis von 300.000 Euro wären das in Nordrhein-Westfalen rund 30.000 Euro, so das IW. Laut dem seit Ende 2020 geltenden neuen Makler-Gesetz zahlen sie zumindest bei der Provision nur die Hälfte, den Rest zahlt der Verkäufer.

Die Entlastung in Berlin und Brandenburg ist besonders groß, weil dort Provisionen von sieben Prozent üblich waren – jetzt werden je nach Region zwischen 3,3 und vier Prozent fällig, wie das IW erklärte. Vergleichsweise groß ist die Entlastung demnach auch in Hamburg (minus 2,6 Prozentpunkte) und in Frankfurt am Main (minus 2,3 Prozentpunkte). In den anderen Großstädten wie Düsseldorf, München und Köln beträgt sie immerhin knapp einen Prozentpunkt. 

Gleichzeitig hat die Zahl der Verkäufe ohne Makler der Studie zufolge stark zugenommen: Vor dem Gesetz wurden 35 Prozent aller Immobilien privat verkauft, inzwischen sind es 43 Prozent. 

IW-Experte Michael Voigtländer rechnet damit, dass Immobilienkäufer mittelfristig noch deutlich weniger Provision zahlen könnten. “Ein Blick ins Ausland zeigt, dass die deutschen Maklerprovisionen immens sind. In Zeiten von steigenden Immobilienpreisen treibt das die Preise weiter und erschwert es vielen Menschen, klassisch mit Immobilien für das Alter vorzusorgen.” In Schweden, den Niederlanden und Großbritannien beispielsweise erhalten Makler maximal zwei Prozent Provision – insgesamt.

Bild: © AFP Christof STACHE / Bauarbeiten in München

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