30 Jahre Haft für Ermordung von Familie wegen Erbschaftsstreits in Frankreich

Nantes () – Die Tat hatte vor vier Jahren für Entsetzen in ganz Frankreich gesorgt: Wegen eines Erbschaftsstreits um ein paar Goldbarren erschlug ein Mann seinen Schwager und dessen Familie mit der Brechstange – am Mittwoch wurde der 50-jährige Hubert Caouissin vom Schwurgericht in Nantes nun zu 30 Jahren Haft verurteilt. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte es die Goldbarren in Wahrheit nie gegeben.

Caouissin hatte die brutale Tat gestanden, nachdem er durch DNA-Spuren überführt worden war. Ausführlich beschrieb er den Ermittlern, wie er im Februar 2017 nachts in das Haus der Familie seines Schwagers in Orvault bei Nantes eingedrungen war, um Informationen zu dem angeblich verschwundenen Familienerbe zu sammeln. Dann erschlug er seinen Schwager, dessen Frau sowie die beiden 18 und 21 Jahre alten Kinder mit einer Brechstange, zerstückelte die Leichen und verscharrte oder verbrannte sie.

Caouissin gab an, in Notwehr gehandelt zu haben, da der Schwager und seine Frau ihn mit der Brechstange überrascht hätten. Gutachten hingegen bescheinigten dem Angeklagten, in dem Erbschaftsstreit eine wahnhafte Störung im Zusammenhang mit den Goldbarren entwickelt zu haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die angeblich vom Schwager gestohlenen Goldbarren nie existierten.

Das Gericht in Nantes wertete nun als strafmildernd, dass der Angeklagte bei der Tat in seiner Urteilskraft eingeschränkt gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft gefordert.

Caoussins Ex-Freundin Lydie Troadec – die 52-jährige Schwester des Opfers Pascal Troadec – wurde wegen Beihilfe zu drei Jahren Haft verurteilt, eins davon auf Bewährung. Sie hatte dabei geholfen, Spuren am Tatort zu verwischen und die Leichen verschwinden zu lassen.

Bild: © AFP/Archiv Fred TANNEAU / Nachstellung der Tat mit dem Angeklagten im März 2019

30 Jahre Haft für Ermordung von Familie wegen Erbschaftsstreits in Frankreich

AFP