Impfpflicht für Gesundheitspersonal in Frankreich in Sicht

Paris () – In Frankreich zeichnet sich eine Impfpflicht gegen das Coronavirus für das Gesundheits- und Pflegepersonal ab. Der wissenschaftliche Beirat empfahl der Regierung am Freitag diese und weitere Auflagen. Ziel ist, die Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante zu bremsen. Sie steht laut Gesundheitsminister Olivier Véran inzwischen für rund die Hälfte der Neuinfektionen in Frankreich.

Der Corona-Beirat warnte davor, “dass eine vierte Welle im Zusammenhang mit der Delta-Variante schnell kommen könnte”, weil das Impfniveau “unzureichend” sei. Zuletzt waren laut Gesundheitsbehörden rund 38 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Die Regierung will in Kürze ein Gesetz für eine Impfpflicht auf den Weg bringen. Nach der Empfehlung des wissenschaftlichen Beirats könnte sie neben dem Gesundheitspersonal auch für andere Bereiche gelten – bis hin zu allen Dienstleistern, die einem besonderen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind “oder eine Gefahr für andere darstellen können”. 

Niedrig ist die Impfquote laut dem Beirat mit 40 Prozent unter anderem in der Altenpflege in Frankreich. Aber auch von den über 60-Jährigen oder bestimmten Risikogruppen wie fettleibigen Jugendlichen sei bisher nur rund die Hälfte geimpft.

Daneben sprach sich der Beirat für verschärfte Maßnahmen in besonders betroffenen Gebieten aus, auch in der Hauptferienzeit im Juli und August. Unter anderem im Pariser Großraum, an der Côte d’Azur und in der Bretagne nehmen die Corona-Infektionen wieder zu.

Seit Mai hatte Frankreich die Corona-Auflagen schrittweise gelockert. In der Nacht zu Samstag sollten erstmals Diskotheken wieder öffnen. Das Tragen einer Maske wird Disco-Besuchern lediglich empfohlen.

Bild: © AFP MARTIN BUREAU / Eine Impfung in Paris

Impfpflicht für Gesundheitspersonal in Frankreich in Sicht

AFP