Diplomaten verbreiten Zuversicht bei Fortsetzung der Atomverhandlungen in Wien

Wien (AFP) – Begleitet von Hoffnungen auf einen baldigen Durchbruch sind am Freitag in Wien die Verhandlungen über eine Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Iran fortgesetzt worden. Diplomaten der verbliebenen Unterzeichnerstaaten Deutschland, China, Großbritannien, Frankreich und trafen sich zum Auftakt der vierten Gesprächsrunde in einem Luxushotel in der österreichischen Hauptstadt. Teilnehmer der Beratungen äußerten sich zuversichtlich über den Fortgang der Verhandlungen.

Der Leiter der Teheraner Delegation, Irans Vize-Außenminister Abbas Araktschi, lobte die “neue Energie” und die “Ernsthaftigkeit aller Seiten” bei den Gesprächen. Der russische Diplomat Michail Uljanow schrieb im Onlinedienst Twitter, die Delegationen seien anscheinend bereit, “so lange wie nötig in Wien zu bleiben, um das Ziel zu erreichen”.

Die Verhandlungen zielen darauf ab, das Atomabkommen mit dem Iran wieder vollständig in Kraft zu setzen. Die 2015 geschlossene Vereinbarung soll verhindern, dass Teheran die Fähigkeit zum Bau einer Atombombe erlangt. Die USA waren 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump aus dem Abkommen ausgestiegen.

Die neue US-Regierung von Joe Biden hat sich grundsätzlich zu neuen Verhandlungen mit dem Iran bereit erklärt, dringt allerdings darauf, dass das Land zunächst zu seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen zurückkehren müsse. Der Iran wiederum macht die Aufhebung von US-Strafmaßnahmen zur Vorbedingung. Eine US-Delegation ist indirekt an den Verhandlungen in Wien beteiligt.

Nach Angaben eines Vertreters der , welche die Gespräche in Wien koordiniert, wird die vierte Verhandlungsrunde wohl länger dauern als die vorherigen. Alle hätten inzwischen eine Vorstellung davon, wie eine Einigung aussehen könnte. “Jetzt muss das noch auf Papier gebracht werden”, sagte der EU-Diplomat.

Der Iran hofft nach Angaben seines Chefunterhändlers Araktschi auf eine “schnellstmögliche” Einigung. Die US-Regierung habe ihre Bereitschaft erklärt, “einen Großteil ihrer Sanktionen aufzuheben”. Die Zusagen seien aber noch nicht ausreichend. 

Ein ranghoher US-Regierungsvertreter hatte am Donnerstag erklärt, dass Washington eine Einigung in den kommenden Wochen und damit noch vor der für Mitte Juni geplanten Präsidentschaftswahl im Iran für möglich halte. Ob dies gelinge, hänge davon ab, ob die Wiederbelebung des Abkommens in seiner ursprünglichen Form von Teheran politisch tatsächlich gewollt sei oder ob der Iran weiter “unrealistische Forderungen” stelle.

Araktschi bekräftigte am Freitag im iranischen Staatsfernsehen, sein Land sei bereit, seine Verpflichtungen aus dem Abkommen wieder  einzuhalten. Die bevorstehende Präsidentschaftswahl habe keinen Einfluss auf die Atomverhandlungen. 

Bild: © AFP JOE KLAMAR / Der iranische Chefunterhändler Araktschi (m.)

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