Die EU hat Impfstoff-Bestellungen bei Astrazeneca bislang nicht verlängert

Paris () – Die Europäische Union hat ihre Bestellungen für Corona-Impfstoffdosen von Astrazeneca bislang nicht über den Monat Juni hinaus verlängert. Es stehe noch nicht fest, ob es danach zu weiteren Bestellungen komme, sagte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton am Sonntag. “Ob wir das tun, bleibt abzuwarten”, sagte er einem französischen Radiosender. Dies bedeute jedoch nicht zwingend das Ende der Geschäfte zwischen der EU und dem britisch-schwedischen Pharmakonzern. 

Bei dem Vakzin von Astrazeneca hatte es in den vergangenen Monaten massive Lieferverzögerungen gegeben. Für Verärgerung in der EU hatte gesorgt, dass die Lieferungen von Astrazeneca an Großbritannien gleichzeitig offenbar nicht eingeschränkt wurden.

Astrazeneca hatte unter Verweis auf Produktionsprobleme im ersten Quartal nur 30 Millionen statt der vereinbarten 120 Millionen Impfdosen an die EU geliefert. Die EU wirft dem Hersteller Vertragsverletzung vor und geht gerichtlich gegen das Unternehmen vor.

Der Corona-Impfstoff des Konzerns war zudem in den vergangenen Wochen wegen seltener schwerer Nebenwirkungen in die Schlagzeilen geraten. Mehrere EU-Mitgliedsstaaten empfehlen Impfungen mit dem Vakzin seitdem nur noch für bestimmte Altersgruppen. 

Die Europäische Union hatte am Samstag einen Vertrag mit Biontech und Pfizer über die Lieferung von bis zu 1,8 Milliarden weiteren Corona-Impfstoffdosen geschlossen. Anders als bislang geplant, soll nicht das Vakzin von Astrazeneca, sondern der Impfstoff von Biontech/Pfizer künftig vorrangig in der EU zum Einsatz kommen. 

Bild: © AFP Ina FASSBENDER / Vakzin von Astrazeneca

Die EU hat Impfstoff-Bestellungen bei Astrazeneca bislang nicht verlängert

AFP