Haftstrafen für russische Ex-Polizisten wegen konstruierter Drogenvorwürfe gegen Reporter

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Moskau (AFP) – Zwei Jahre nach einem Skandal um einen zu Unrecht beschuldigten Investigativ-Journalisten sind in fünf ehemalige Polizisten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Ein Gericht in Moskau sprach die Männer am Freitag schuldig, dem bekannten Enthüllungsjournalisten Iwan Golunow Drogen untergeschoben und ihn dann festgenommen zu haben, wie örtliche Medien berichteten. 

Die Festnahme Golunows wegen angeblichen Drogenhandels hatte im Juni 2019 zu massiven Protesten geführt. Fünf Tage später wurde der 38-Jährige freigelassen; die Polizisten wurden entlassen. Seit Januar 2020 saßen sie in Untersuchungshaft.

Einer der Polizisten wurde den Medienberichten zufolge nun zu zwölf Jahren Straflager verurteilt. Ihn hielt das Gericht für den Drahtzieher der Aktion. Drei frühere Kollegen erhielten Haftstrafen von acht Jahren. Ein weiterer Ex-Polizist bekam fünf Jahre Haft – er war der einzige, der die Vorwürfe gestanden hatte. Alle fünf Angeklagten müssen Golunow zudem jeweils eine Million Rubel (11.000 Euro) Entschädigung zahlen. 

Golunow ist ein bekannter Investigativ-Journalist des unabhängigen Nachrichtenportals “Medusa”. Er sorgte unter anderem mit Enthüllungen über Korruption im Moskauer Rathaus und die zwielichtige Bestattungsindustrie in Russland für Schlagzeilen. Menschenrechtsaktivisten werfen Russland immer wieder vor, Kritiker und Oppositionelle mit konstruierten Vorwürfen zum Schweigen zu bringen.

Haftstrafen für russische Ex-Polizisten wegen konstruierter Drogenvorwürfe gegen Reporter

Haftstrafen für russische Ex-Polizisten wegen konstruierter Drogenvorwürfe gegen Reporter

AFP