Wo die Kunst einen festen Platz findet

Erfurt (ots) – Die Geschichte des Gartenbaus wäre ohne Erfurts Beitrag unvollständig. Das zeigt die BUGA 2021 in der Blumenstadt Erfurt auf eindrucksvolle Weise und in großer Vielfalt. Während der egapark die ganze Pracht der Beete und Pflanzengestaltung zelebriert, geht der zweite Standort “Petersberg” mit seinem Schwerpunkt einen kulturhistorischen Weg und bleibt dennoch dem Thema “Garten” sehr verbunden. Was daran liegt, dass bei der Dichte bekannter und weniger bekannter Residenzstädte natürlich auch Parks in der Vergangenheit immer eine Rolle gespielt haben.

Unter dem Motto “Paradiesgärten – Gartenparadiese” wird in Thüringens größtem romanischen Sakralbau, der ehemaligen Klosterkirche St. Peter und Paul auf dem Petersberg, ein Tor zu dieser reichhaltigen Gartenhistorie Thüringens geöffnet, das ebenso sinnlich wie vielschichtig zeigt, worauf das Land heute durchweg stolz sein kann: Unzählige Hofgärten und -parks, Gartenkunst von der Renaissance bis in die Moderne, bekannte Anlagen und unentdeckte Schätze, die nun erstmals in einer spektakulären temporären Ausstellung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in den Fokus gerückt werden.

Für Kuratorin Dr. Rita Hombach ist die Ausstellung eine große Chance, sich mit den durchweg wertvollen Parks und Gärten vertraut zu machen. “Das Paradies als Keimzelle des Gartens ist der Anfang dieser Reise”, sagt Hombach. “Mit der Ausstellung erzählen wir mit vielen Exponaten und großen Bildern von der Vielfalt der Gartenkunst in Thüringen, die faszinierende Orte hervorgebracht hat.” In der Peterskirche stellen sich in elf Nischen ganz unterschiedliche Gartenträume vor, als multimediale Illustrationen eingefasst von Schattenriss-Diorahmen, in die man als Besucher im wahrsten Sinne eintauchen kann. Dazu gehören die ersten Terrassengärten Deutschlands im Schlossgarten von Wilhelmsburg in Schmalkalden oder einer der ersten bedeutenden Landschaftsparks in Gotha. Park und Schloss Altenstein in der Nähe von Bad Liebenstein ist eine der vielfältigsten Anlagen und ein begehbares Landschaftsgemälde, in dem namhafte Gestalter von Fürst Pückler über Lenné bis Foerster Spuren hinterlassen haben.

Sind die Nischen im Kirchenschiff den funkelnden Juwelen aus Garten- und Landschaftskunst im Land vorbehalten, so faszinieren in der Raummitte unter einem visualisierten Sternenzelt an der Decke die großformatigen Exponate, darunter eine virtuelle Gartenwelt, die Besucher selbst mitgestalten können. Denn je mehr sich der Besucher vor der Videowand bewegt, umso schneller wachsen Bäume, verwandelt sich Gras in ein buntes Blumenfeld und tänzeln Schmetterlinge lustvoll zwischen den Bäumen umher. Beeindruckend ist auch ein ebenfalls virtueller Wasserfall, der die Atmosphäre eines Paradiesgartens in das Kirchenschiff holt.

Nicht allein die Peterskirche lockt: Auch die 200 Jahre alte Defensionskaserne wird in Teilen zu einer begehbaren Installation für Blicke ins Land. Dafür sorgen die Thüringer Touristiker, die ein visuelles, akustisches und optisches Portal ins Erdgeschoss der ehemaligen Militäranlage gebaut haben. Auf sog. Marktplätzen kann man sich als Besucher über weitere touristische Ziele erkundigen, gleichzeitig aber auch selbst Thüringer Hochkultur entdecken. Per Berührung einer Schaltfläche kann man durch die Weimarer Lutherbibel blättern oder sich von den Brückenbewohnern Geschichten über die berühmte Erfurter Krämerbrücke erzählen lassen. “Gegenwart trifft auf Vergangenheit, das ist für uns das Motto der gesamten BUGA 2021 in Erfurt”, erzählt BUGA-Geschäftsführerin Kathrin Weiß. “Ebenso wichtig ist es auch, mit verschiedenen Partnern im Land den kulturellen Reichtum des Landes zu präsentieren und die Besucher darüber zu informieren, wie vielfältig sie das Land erkunden können. Nur den reinen Gartenreisenden im Blick zu haben, ist in der heutigen Zeit zu wenig. Der egapark als architektonisches Zeitdokument der Moderne lockt längst Design- wie Architekturfans an. Der Petersberg richtet sich neben den botanischen Schätzen stark an Kulturtouristen, die das Land für sich entdecken wollen.”

Zu den größten Attraktionen in der Defensionskaserne zählt eine archäologische Zeitreise durch Thüringen. Auf moderne Art erzählt ein kurzweiliger Film über Reisen in die Vorgeschichte und bietet so Einblicke in vergangenes Leben und in bis heute gegenwärtige Orte von geschichtlicher Bedeutung. Erstmals auf einer BUGA unterstützen die Veranstalter auch mehrere bildende Künstler mit sog. Gastresidenzen. Insgesamt drei Kulturschaffende arbeiten als “Artist in Residence” über den Zeitraum der Bundesgartenschau an künstlerischen Perspektiven und Reflexionen auf das Phänomen Gartenschau im 21. Jahrhundert in einer Stadt mit langer Gartenbautradition. Ergänzt werden die Bemühungen, Kultur und Natur am Petersberg zu verschmelzen, mit einer Präsentation von Kunstwerken des berühmtesten Plastikers Thüringens. Volkmar Kühns Bronzeplastiken sind ebenso prägend wie prägnant und unverkennbar und verteilen sich auf Teilen des Petersbergs. “Der kleinere der beiden Geländeteile wird damit als BUGA-Ort zum perfekten Mikrokosmos ganz verschiedener, aber immer künstlerischer Positionen”, erklärt BUGA-Chefin Kathrin Weiß. “Wer dann den Weg zurück in die Gartenbauhistorie sucht, wird im Festungsgraben fündig und damit schließt sich der Kreis. Kultur und Gartenbau sind miteinander eng verknüpft. Das spürt der Besucher vor allem dann, wenn er sich durch ein Meer aus Gemüse, Stauden, Kräutern, Obst und Co. bewegt, eben jenen Gartenschätzen, die bis heute zur gärtnerischen DNA der Stadt gehören und Erfurt über Jahrhunderte zu einer reich blühenden Blumenstadt gemacht haben.”

Autor: Jens Haentzschel

Quellenangaben

Bildquelle: er Künste und der Gartenbautradition der Stadt auf dem Erfurter Petersberg / Erfurt , 27.06.2021 , BUGA Erfurt 2021 , Petersberg / Im Bild: Stelzentheater auf dem Petersberg / Foto: Steve Bauerschmidt / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/152102 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke unter Beachtung ggf. genannter Nutzungsbedingungen honorarfrei. Veröffentlichung bitte mit Bildrechte-Hinweis.
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