Studierende im Widerstand

Hamburg (ots) – Eine Gedenktafel im Foyer des Auditorium Maximum und vier “Stolpersteine” vor dem Hauptgebäude der Universität Hamburg in der Edmund-Siemers-Allee erinnern an die Studierenden Hans Leipelt, Reinhold Meyer, Margaretha Rothe und Friedrich Geussenhainer. Anlässlich des 100. Geburtstags von Hans Leipelt am 18. Juli 2021 legt die Hamburgische Wissenschaftliche die Publikation Weiße Rose Hamburg. Drei Reden zum Widerstand im Nationalsozialismus vor. In drei Reden würdigt der ehemalige Universitätspräsident Prof. Dr. Peter Fischer-Appelt die Widerstandskraft der Hamburger Weißen Rose, ergänzt um historische Fotos und Dokumente sowie einen Beitrag von Eckart Krause.

Hans Leipelt studierte Chemie an der Universität Hamburg. Nach drei Semestern hatte er dort aufgrund seiner jüdischen Herkunft Schwierigkeiten und wechselte nach München. Schon in Hamburg hatte er Kontakt zu Widerstandskreisen gehabt. Auch in München bot er dem nationalsozialistischem Unrechtsstaat die Stirn und war bereit, das eigene Leben für die Freiheit zu riskieren. Er brachte das sechste Flugblatt der Weißen Rose nach Hamburg, wohl wissend: “Hier ist hochexplosiver geistiger Sprengstoff.” Ab Februar 1943 spielte er eine Schlüsselrolle bei der Verbindung zwischen dem Münchener Stamm und dem Hamburger Zweig der Weißen Rose. Leipelt wurde im Oktober in München verhaftet, ein Jahr später zum Tode verurteilt und am 29. Januar 1945 enthauptet. Im Herbst 1943 begannen auch die Verhaftungen in Hamburg. Margaretha Rothe und Reinhold Meyer starben im Gefängnis, Friedrich Geussenhainer verhungerte im Konzentrationslager Mauthausen.

Dass die Universität Hamburg erst spät, nach ihrer Reform 1970, an den Hamburger Zweig der Weißen Rose erinnert hat, zieht sich wie ein roter Faden durch die drei Reden von Peter Fischer-Appelt zu ihrem Gedenken. Der langjährige Präsident der Universität würdigte Hans Leipelt 1971 bei der Enthüllung der Gedenktafel als wichtige Bezugsperson für die oppositionellen Studenten der Hamburger Universität. 1985 im Münchner Rathaus bei der Gedenkfeier für die Weiße Rose in München und Hamburg hob er hervor: “Und so ist es wohl für uns wichtig, diese drei Dinge Freiheit und Recht, Frieden und Versöhnung und die Stimme des Gewissens zu hören und zu bewahren”. 2020 ehrte Fischer-Appelt in der Universität Hamburg die Widerstandsgruppe: “Wir verneigen uns vor diesen Kommilitonen, die den Einsatz ihres Lebens nicht gescheut haben, um gegen die menschenverachtende Diktatur des nationalsozialistischen Staates aufzustehen und für Humanität, für Freiheit und Menschenwürde eines jeden Bürgers gleich welcher Art, Religion und Herkunft einzutreten.”

Hans Leipelt, das zeigt diese Publikation der Gedenkreden, ist auch an seinem 100. Geburtstag am 18. Juli 2021 unvergessen. Sie informiert über den Kenntnis- und Forschungswandel zur Weißen Rose Hamburg, verdeutlicht aber auch die Kontinuität und bleibende Aktualität des Andenkens.

Peter Fischer-Appelt, Weiße Rose Hamburg. Drei Reden zum Widerstand im Nationalsozialismus. Mit einem Beitrag von Eckart Krause für die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung herausgegeben von Ekkehard Nümann, Wallstein Verlag Göttingen 2021,100 Seiten, 12,- EURO.

Quellenangaben

Bildquelle: enktafel des Bildhauers Fritz Fleer mit den Namen und Lebensdaten der vier Studierenden Reinhold Meyer, Hans Leipelt, Margaretha Rothe und Friedrich Geussenhainer / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/138844 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke unter Beachtung ggf. genannter Nutzungsbedingungen honorarfrei. Veröffentlichung bitte mit Bildrechte-Hinweis.
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