Papierindustrie: Klimaschutz fördern statt Unternehmen belasten

Bonn (ots) – “Die -Kommission spielt mit der Wettbewerbsfähigkeit der . Statt immer höheren Belastungen muss es jetzt substanzielle Förderansätze geben, damit die Unternehmen ihren Beitrag zum leisten können”. Das erklärte der Präsident des Verbandes Deutscher Papierfabriken, Winfried Schaur, anlässlich der Vorstellung des EU-Klimapakets “Fit for 55”, das eine ganze Reihe von Energie- und Klimagesetzen beinhaltet, mit denen die EU-Klimaziele für 2030 und 2050 erreicht werden sollen.

“Carbon Leakage Schutz sieht anders aus”, sagte Schaur und warnte davor, dass es für energieintensive Industrieunternehmen schwierig sei, mit den zunehmenden Belastungen im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Die Idee der Kommission, Teile der Industrie durch einen CO2-Grenzausgleich (CBAM: Carbon Border Adjustment Mechanism) für Importwaren zu schützen, hält der Präsident für ungeeignet. CBAM provoziere Handelskonflikte und sei für die Papierindustrie gar nicht praktikabel. Stattdessen forderte er ein nachhaltiges Umdenken, das Klimaschutz fördere, statt die Industrie immer weiter zu belasten.

Als geeignete Maßnahmen für einen Klimaschutz unter Einbindung der Industrie nannte Schaur einen Industriestrompreis oder eine breite Förderoffensive für Dekarbonisierungsprojekte. “Klimaschutz geht nur mit, nicht gegen die Industrie”, sagte er. Wer unter Klimaschutz nur zusätzliche Belastungen verstehe, riskiere das industrielle Rückgrat Europas. Dadurch verlagerten sich nicht nur die Emissionen ins nicht EU-Ausland, sondern auch Wertschöpfung und Beschäftigung.

Schaur warnte davor, die Forstwirtschaft über Gebühr für die EU-Klimaziele einzuspannen. Die Wälder spielten als Kohlenstoffspeicher eine wichtige Rolle. In einer dekarbonisierten Gesellschaft werde Holz jedoch dringend auch als nicht-fossiler Rohstoff benötigt. Zusätzliche Nutzungsverbote würden den hohen Nachhaltigkeitsstandards der europäischen Forstwirtschaft nicht gerecht. Holz – als wichtigster nachwachsender Rohstoff – hat große Potentiale in der Bioökonomie, von traditionellen Verwendungen z.B. in der Zellstoff- und Papierherstellung bis hin zu völlig neuen Produkten – und ist damit ein wesentlicher Bestandteil der Transformation.

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